Nach Bürgerprotesten

Umspannwerk in Wisselsrod wird kleiner als geplant - Tennet lenkt ein

Das Umspannwerk in Dipperz-Wisselsrod
O|N-Archivbild: Tennet

25.11.2023 / DIPPERZ - Die Pläne für die Stromtrasse Fulda-Main betreffen etliche Gemeinden in Osthessen, die nicht begeistert sind, im sogenannten Vorschlagskorridor zu liegen, der über Künzell, Eichenzell, Neuhof, Kalbach, Schlüchtern und Sinntal bis nach Bergrheinfeld bei Schweinfurt (Bayern) führen soll, auch wenn Netzbetreiber Tennet meint, die vorgestellte Variante sei die verträglichste für Anwohner und Umwelt. Besonders betroffen ist der kleine Dipperzer Ortsteil Wisselsrod. Das dortige Umspannwerk ist in die Jahre und an seine Kapazitätsgrenzen gekommen und soll für den Stromtransport nach Süden aufgerüstet und erweitert werden. Bei der ersten Bürger-Informationsveranstaltung im Juli schlugen die Wellen der Empörung noch sehr hoch. Inzwischen hat der Betreiber Tennet seine Planungen modifiziert.



Bei der Versammlung im Juli hatten die Anwohner ihrer Sorge und Angst vor der Belastung durch die geplante Erweiterung des Umspannwerks deutlich zum Ausdruck gebracht und Tennet eindringlich zur Abänderung der Pläne ersucht. Befürchtet wurde eine hohe Belastung durch Lärm, Eingriffe in die Natur und weniger Wohnqualität durch das Umspannwerk. Viele der rund 150 Einwohner äußerten aufgebracht ihren Unmut. Bei der Infoveranstaltung in dieser Woche war die Stimmung eindeutig entspannter, als Tennet-Pressesprecher Thomas Wagner die im Sinne der Bürger abgeänderten Planungen vorstellte. Demnach soll der Flächenausbau in Richtung Norden erfolgen, aber dafür kleiner ausfallen und nicht mehr bis zum Eichenzeller Weg gehen. Das umgebaute Umspannwerk soll dann nur noch rund 200 Meter an die Wohnbebauung heranreichen, nicht wie zunächst geplant bis zu 130 Meter. 

"Wir haben große Anstrengungen unternommen, um das Werk kleiner zu halten. Die Anlageteile sind komplett eingehaust, dadurch sind die Belastungen deutlich niedriger, es gibt faktisch keine Schallemissionen und nur zwei Häuser schauen in Richtung des Umspannwerks", beruhigt Thomas Wagner die Anwohner.

Ortsvorsteher Niklas Schieder konstatiert allerdings, es sei auch jetzt keineswegs alles gut und niemand sei restlos glücklich mit der geänderten Planung. Doch man erkenne das Bemühen um eine verträglichere Lösung und die transparente Informationspolitik von Tennet durchaus an. Die Fragen der Betroffenen seien klar, sachlich und verständlich beantwortet worden. Der Ortsvorsteher hofft, dass das Unternehmen die Wisselsröder auch über den weiteren Fortgang der Entwicklung zeitnah informiert. (ci)+++

Tennet-Pressesprecher Thomas Wagner
O|N-Archivbild: Rene Kunze
Der Wisselsröder Ortsvorsteher Niklas Schieder
O|N-Archivbild: Henrik Schmitt

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