Auf dem neusten Stand der Technik

Kläranlage in Wiesen eingeweiht - 6,3 Millionen Euro investiert

Betriebsgebäude, Reinigungs- und Schlammbecken stellen nur einen Teil der neuen Anlage dar.
Foto: Mediennetzwerk Hessen/Rainer Ickler

21.11.2023 / HOFBIEBER - Nach dem sanierten Freibad ist die neue Kläranlage in Wiesen, die am Freitag eingeweiht wurde, die zweite Millionen-Investition in der Gemeinde Hofbieber innerhalb von nur zwei Jahren.



Nach knapp dreieinhalb Jahren Bauzeit ist die Anlage jetzt eingeweiht worden. Statt wie bislang für nur 3.500 Einwohner ist sie für die Reinigung der Abwässer von 7.000 Einwohnern ausgelegt. Wenn der Verbindungssammler nach Niederbieber fertiggestellt ist, wird noch das Schmutzwasser aus Langenbieber in der Wiesener Anlage gesäubert. Mittelfristig sollen auch noch Wittges und Egelmes angeschlossen werden.

Rund 6,3 Millionen Euro hat die neue Biocos-Anlage gekostet. Die Bürger hätten keine zusätzliche Abgabe dafür zahlen müssen. Die Abwassergebühr sei lediglich inflationsbedingt leicht angehoben worden, sagte Bürgermeister Markus Röder (parteilos) unserer Zeitung. Er erklärte bei der Feier, die Kläranlage sei nach den modernsten Kriterien gebaut worden. Neben Wiesen, Traisbach, Mittelberg, Hofbieber, Niederbieber und Allmus werden jetzt auch noch Kleinsassen sowie Hinter- und Vorderstellberg angeschlossen.

Seit 2016 habe sich die Gemeinde mit der Sanierung beziehungsweise Erneuerung der vorhandenen, aber in die Jahre gekommenen Teichkläranlage in Wiesen beschäftigt. Sie habe nicht mehr die Kriterien der wachsenden Gemeinde Hofbieber erfüllt. Die neue Biocos-Anlage habe eine erheblich bessere Reinigungleistung und sei auf dem neusten Stand der Technik. Um die große Aufgabe der Erneuerung zu verdeutlichen, hob der Bürgermeister hervor, dass rund 50 Firmen, Planungsbüros und Behörden an dem Bau beteiligt gewesen seien. Allein 3000 Meter Rohrleitungen seien verlegt und 1750 Kubikmeter Beton verbaut worden. Ihn freue besonders, dass viele heimische Firmen beteiligt gewesen seien.

Zukunftsfähigkeit

Roland Hilfenhaus von der RhönEnergie stellte fest, dass die neue Anlage zukunftsfähig sei. Es sei ein Regenüberlaufbecken errichtet worden, dass bei Starkregen die großen Wassermassen aufnehmen könne. Aufgrund der aufwendigen Technik für die Steuerung der Anlage sei zudem ein neues Betriebsgebäude errichtet worden.

Martin Herbst, der Vorsitzende der Gemeindevertretung, erklärte, dass der Kostenrahmen in etwa eingehalten worden sei. Die Kostensteigerungen seien angesichts der enormen Summe relativ gering gewesen. Die Investition sei keine Wunschvorstellung gewesen, sondern absolut notwendig.

Der Hofbieberer Bauamtsleiter Martin Reinhard dankte den beteiligten Firmen für die gute Arbeit. Er erwähnte, dass es in den dreieinhalb Jahren natürlich auch einige Probleme gegeben habe, die man aber in den Griff bekommen habe. Er nannte als Beispiel Lieferschwierigkeiten in der Corona-Zeit. Da habe man improvisieren müssen. Minusgrade, aber auch Überschwemmungen hätten während der Bauphase die volle Aufmerksamkeit der beiden Klärwärter Johannes Flügel und Julian Hornung erfordert.

Im Anschluss an die Einweihungsfeier konnten sich die Bürger bei einem Tag der offenen Tür ein Bild über die neue Anlage machen. (ic) +++

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