SG Barockst.- Vikt. Aschaffenburg 2:2 (1:1)
Spannender und gutklassiger Test - starke erste Halbzeit der SGB
Heiß war's, hoch ging's her: Kristian Gaudermann im Clinch, Moritz Reinhard (rechts) ist Augenzeuge
Fotos: Jonas Wenzel/yowegraphy
09.07.2023 / FULDA -
Dritter Test, schwerster Test: Gut 16 Stunden nach dem 2:0-Sieg gegen den Hessenligisten Hünfelder SV sammelten die Kicker der SG Barockstadt Fulda-Lehnerz erneut Vorbereitungs- und Wettkampfpraxis. Dieses Mal war Bayern-Regionalligist Viktoria Aschaffenburg der Gegner - und heraus kam nach einem spannenden, gutklassigen und in der ersten Hälfte äußerst ansprechendem Spiel ein2:2 (1:1). Dieser Test taugte in der Tat für einige wichtige Erkenntnisse.
Leicht modifiziert war die Besetzung des Gastgebers im Vergleich zum Vortag. Milan Habermehl und Eric Ganime tauschten ihre Postionen: Ganime begann in der Innenverteidigung, Habermehl auf der Sechs. Moritz Reinhard besetzte die rechte Seite im Mittelfeld. Von den Neuen in der Anfangsformation: Beal, Dittmann und Grobelnik. Gegner Aschaffenburg, der in 14 Tagen in Schweinfurt schon sein erstes Saisonspiel bestreitet, entpuppte sich als Kontrahent auf Augenhöhe: laufstark, mannschaftlich stark, zäh, stark im Umschalten, mit insgesamt sehr geringer Fehlerquote.
Richtig gut und nachhaltig war der fußballerische Auftritt der SGB in Halbzeit eins: gutes Arbeiten in der Vierer-Reihe des Mittelfeldes, gutes Positionsspiel, gute Umschaltmomente, in vielen Momenten gutes Pressingverhalten. Trainer Sedat Gören lobte: "Da war richtig Tempo drin. Feuer und gute Struktur." Kurzum: Es sah nach hochwertigem Fußball aus.
Führungstreffer war schon früh möglich
Schon in der dritten Minute bot sich dem Gastgeber die erste Chance - und wieder lief der Angriff über die, wie schon Vortag, starke linke Seite: Der hochstehende und verdammt starke Hillmann bediente Beal, der spielte direkt Dittmann an, der setzte sich bis zur Grundlinie durch, passte zurück - und Spitze Grobelnik, dem noch die Bindung fehlte, lief zu nah vors Tor ein und verpasste. Aber: Niemand besetzte den Rückraum. Das Spiel der SGB machte Appetit auf mehr - in Führung ging aber der Kontrahent.
Nach einem Eckball köpfte Innenverteidiger Dähn ein. Die Antwort aber folgte prompt: Der aus Schweina gekommene Moritz Dittmann holte einen Elfer raus - und den verwandelte Matheus Beal sicher. Apropos Dittmann: Viele gute Anlagen bringt er mit, ist schnell, dribbelstark, kann fintieren, ist torgefährlich - und ist stark im Eins-gegen-eins-Verhalten. Doch auch hier liegen noch Defizite: Mit den genannten Eigenschaften müsste er noch zielstrebiger, entschlossener und mit einem Schuss mehr Dynamik in den Sechzehner und Richtung Tor gehen. Und warum auf einen nachrückenden Mittelfeldspieler warten, wenn man selbst Eins-gegen-eins gehen kann? Also: Alle tun sich gut daran, den Ball flach zu halten.
Dittmann erneut stark, sein Eins-gegen-eins-Verhalten muss er aber besser umsetzen
Solch eine Szene bot sich in Minute 39, als Beal Dittmann per Direktpass auf die Reise schickte - und Dittmann, der nach Doppelpass mit Pomnitz schon in Ballbesitz war, es versäumte, seinen Körper zwischen Ball und Gegner zu bringen und die Situation mit etwas mehr Dynamik zu Ende hätte bringen können. Zuvor hätte jedoch auch Aschaffenburg in Front gehen können, als SGB-Keeper Zapico Lopez stark im kurzen Eck nach Cherons Flachschuss reagierte.
Im zweiten Abschnitt war der Unterhaltungswert nicht mehr so hoch. Die SGB versuchte, das Spiel zu diktieren, gute Ansätze wechselten sich aber mit falschen Entscheidungen im letzten Drittel ab. Und: Aschaffenburg blieb hartnäckig und ließ nicht nach. Es blieb spannend.
Ein Freistoß, auf den Schnee hätte fallen können
Bis eine Viertelstunde vor Schluss, als der Gast nach einem weiten Freistoß aus halbrechter Position ein zweites Mal in Führung ging. Bitter und verdammt ärgerlich war auch dieser Gegentreffer für die SGB: Auf den Ball hätte Schnee fallen können, weder die Innenverteidiger kamen entgegen - noch Torwart Jannis Maul, der eben noch nicht von Erfahrungswerten verwöhnt ist.
Doch die SGB gab nicht klein bei, zeigte Moral - und erzwang den Ausgleich förmlich. Aschaffenburgs eingewechselter Keeper Herbert übte sich in der Befreiung, die SGB erkannte dies, presste nach, Aaron Frey gewann den Ball, der zu Dominik Rummel kam - und der traf per Flachschuss aus der Drehung zum 2:2.
Noch einmal Trainer Gören. "Am Ende waren wir am Limit." Verständlich bei diesen subtropischen Temperaturen. Er sah, dass das Zusammenspiel als Team im zweiten Abschnitt nicht mehr so funktionierte. Auch über die linke Abwehrseite seines Teams - und den dazugehörenden defensiven Halbraum. Na ja, es ist Vorbereitung. Das sagte sich auch die offensivbegabte Nachwuchskraft Louis Fuchs. In der Nachspielzeit hatte er Abschluss-Pech, als sein Linksschuss übers Tor ging. Doch später hatte er die Gelegenheit, es besser zu machen. Wie einige andere auch, musste er noch im Spiel der SGB-Zweiten in Oberkalbach ran. (wk)
SG Barockstadt: Zapico Lopez - Gaudermann, Ganime, Frey, Hillmann - Habermehl (40. Göbel) - Reinhard, Pomnitz, Beal, Dittmann - Grobelnik sowie Maul, Lüdke, Rummel, Köhl, Fuchs, Owusu, Trabert
Viktoria Aschaffenburg: Grün - Klement, Stein, Dähn, Boutakhrit - Schulz, Baier - Kleiner, Verkaj, Cheron - Pieper sowie Herbert, Desch, Paraschiv, Philipp, Nadaroglu, Mai, Sitter, Conceicao Fernandes, Mykhalchenko
Schiedsrichter: Sabine Stadler, Assistenten: Simon Wawra, Dominik Klein
Tore: 0:1 Luca Dähn (22.), 1:1 Matheus De Moura Beal (23., Foulelfmeter), 1:2 Alexandru Paraschiv (75.), 2:2 Dominik Rummel (86.) +++