Hörakustiker aus Fulda als Volunteer vor Ort

Philipp Trabert erlebt bei den Special Olympics hochemotionale Momente

Der Fuldaer Hörgeräteakustiker und Ingenieur der Hörakustik Philipp Trabert zaubert den Athleten bei den Special Olympics ein Lächeln ins Gesicht
Fotos: Privat

25.06.2023 / BERLIN - Noch bis zum heutigen Sonntag finden in Berlin die Special Olympics statt. Bei der weltweit größten inklusiven Sportveranstaltung erbringen mehr als 7.000 Athleten mit körperlicher oder geistiger Behinderung sportliche Höchstleistungen. Aber auch abseits der Wettkämpfe gibt es viele Geschichten, die ans Herz gehen. Einer, der mittendrin ist, ist Hörgeräteakustiker Philipp Trabert von Trabert Besser Hören aus Fulda. Er schildert gegenüber OSTHESSEN|NEWS seine Erlebnisse. 



Trabert ist in Berlin als Volunteer eingesetzt und kümmert sich in seiner Funktion als Hörgeräteakustiker und Ingenieur der Hörakustik um die Untersuchung des Hörvermögens der Sportler und Sportlerinnen. "Wir sind ein Team aus 20 Anpassern und Audiologen. Die Athleten durchlaufen einen kompletten Gesundheitscheck. Wenn beim HNO dann eine Beeinträchtigung des Hörvermögens festgestellt wird, kommen die Sportler zu uns", erklärt er seine Aufgabe. 

4.000 Hörtests, 400 angepasste Hörgeräte

In Zusammenarbeit mit dem Hörtechnologieunternehmen Starkey bieten er und seine Kollegen beispielsweise Hörtests und Otoskopien, also Checks des Gehörgangs an. Wird ein Hörproblem diagnostiziert, wird auf Wunsch noch vor Ort ein Hörgerät angepasst und dem Athleten kostenlos zur Verfügung gestellt. Bislang wurden bei den Special Olympics 4.000 Hörtests durchgeführt und ca. 400 Hörgeräte angepasst. 

Und das führt teils zu hochemotionalen Szenen. "In anderen Ländern gibt es viele junge Menschen, die kein Hörgerät besitzen, weil sie Angst haben, zum Arzt zu gehen, oder weil schlicht die finanziellen Mittel fehlen. Deshalb haben wir hier viele Athleten, die nach der Anpassung zum ersten Mal in ihrem Leben etwas hören können", sagt Trabert. 

Sehr emotionale Momente

Momente, die ihm immer wieder sehr nahe gehen. "Das sind sehr viele, sehr emotionale Momente. Das ist das Besondere hier bei diesem Event. Deshalb lieben wir unseren Job so sehr." Ein Fall hat sich ihm dabei besonders ins Gedächtnis gebrannt. "Wir haben einem Mädchen mit Down-Syndrom und hochgradigem Hörverlust ein Hörgerät angepasst und mit dem Smartphone gekoppelt. So konnte sie das erste Mal in ihrem Leben Musik hören und hat direkt mitgesungen. Der ganze Saal hat zugehört. Da werden die Augen schon mal feucht."

Auch wenn seine Arbeitstage teils zehn Stunden und länger sind und er vom Sport kaum etwas mitbekommt: Die Erfahrungen bei den Special Olympics will Trabert nicht missen. "Die Grundstimmung hier ist super. Hier wird alles gefeiert, es geht weniger um den Wettkampf als um das dabei sein. #zusammenunschlagbar ist das Motto, und das ist hier an jeder Ecke spürbar. 

Noch bis 25. Juni finden in Berlin die Special Olympics mit 7.000 Athletinnen und Athleten aus 190 Delegationen statt. (fh)+++

X