Triathlet hat sich für die WM qualifiziert
Andreas Stöcklein: Es gibt 1.000 Menschen, die mehr Talent haben als ich
Fotos: sportograf.com
19.06.2023 / KIRCHHEIM -
Andreas Stöcklein hat das geschafft, wonach viele Sportler in ihrer ganzen Karriere streben: Er ist mit sich im Reinen. Ehrgeiz treibt den 49-Jährigen nach wie vor an, erst kürzlich hat er sich für die Ironman 70.3-WM Ende August in Lahti qualifiziert. Am 24. Juni steht zunächst Stöckleins eigentlicher Saison-Höhepunkt an: die Teilnahme am legendären Wettkampf in Roth. Aber er sagt auch: "Einerseits versuche ich, an meine Grenzen zu gehen. Andererseits genieße ich das. Ich hab' keinen Druck. Mich zwingt keiner." OSTHESSEN|NEWS wagt sich an das Bild eines Sportlers, der etwas aus dem Rahmen fällt.
Andreas Stöcklein kommt gerade vom Schwimmtraining, als sich O|N mit ihm trifft. Eine Stunde und zehn, dreieinhalb Kilometer, verschiedene Intervalle waren im Programm, verschiedene Intensitäten. Jetzt sucht der 49-Jährige die Sonne nach getaner Arbeit. Einige Wochen sind vergangenen, als sich das Unerwartete ereignete: beim Ironman 70.3 in Bad Schönborn im Kraichgau qualifizierte sich Stöcklein für die WM auf dieser Mitteldistanz im Triathlon am 27. August im finnischen Lahti.
Generalprobe für Roth: "Wollte sehen, ob alles funktioniert"
"Mein Ziel war es beim Wettkampf im Kraichgau, das Training und die Abläufe zu überprüfen. Ob alles funktioniert". So wollte er in der Rad-Distanz "härter fahren", sehen, ob das Equipement passt. Stöcklein fand eine Strecke vor, die seiner Statur entgegenkommt. Mehr als 1.000 Höhenmeter bot die auf 90 Kilometern Länge, "für mich als leichteren Athleten war das gut". Heraus kam eine "entsprechend gute Radzeit. Das Schwimmen läuft momentan auch". Im abschließenden Laufen "habe ich ein bisschen Tribut zollen müssen", er konnte nicht so schnell laufen wie gewohnt.
Die Anziehungskraft eines Triathlon-Spektakels
"Ja, das ist Wahnsinn. Am ganzen Main-Donau-Kanal stehen zig tausende von Leuten. Und wenn du den Solarer Berg hochfährst, ist das wie bei der Tour de France", geht er fast durch die Decke. "Eine Anstrengung, die für den Körper hart ist. Ich versuche, an meine Grenzen zu gehen. Aber: Ich genieße das. Ich hab' keinen Druck dahinter."
Ein Sportler, der seine Mitte gefunden hat - dennoch: "Ich will immer besser werden"
Das Verbissene ist weg - Stöcklein aber verrät seinen Traum
Er sagt es im Bewusstsein, dass wieder Schwimmen, Radfahren und Laufen ansteht. In diesen Tagen folgt in der Vorbereitung für Roth noch mal ein intensiverer Block, ehe das Training etwas zurückgefahren wird. Die Intensität bleibt hoch. Die Umfänge werden geringer. Es sind Tage im Leben eines Sportlers, dessen Bild - im Gegensatz zu manchen seiner Kollegen - etwas aus dem Rahmen fällt. Aber nur etwas. (wk) +++