"Muss meine Familie schützen"
Peter Fischer hört vorzeitig als Präsident von Eintracht Frankfurt auf
Archivbilder: O|N/Carina Jirsch
05.05.2023 / FRANKFURT AM MAIN -
Er ist keineswegs ein Mann der leisen Worte und keiner, der sich irgendwas gefallen lässt: Peter Fischer (67). Der Präsident von Eintracht Frankfurt besitzt bei vielen Fans nicht nur der Eintracht Kultstatus. Seine klare Haltung zu vielfältigen Themen macht ihn natürlich streitbar. Fischer ist einer mit Kante und sagt seine Meinung frei raus.
Doch die Vorwürfe der vergangenen Wochen und Monaten gingen offenbar nicht spurlos an ihn vorbei: "Doch zurückblickend haben mir die 23 Jahre sehr viel abverlangt, auch gesundheitlich. Zudem haben mir die letzten Monate sehr deutlich gezeigt, dass ich mich intensiver um meine Familie kümmern und diese schützen muss. Zwar habe ich immer wieder betont, dass ich mir bewusst bin, dass es die Privatperson Peter Fischer nicht mehr gibt. Die zurückliegenden Wochen haben aber Grenzen überschritten", begründet Peter Fischer seinen Rückzug.
Die Staatsanwaltschaft hatte zwischenzeitlich wegen des Verdachts des Erwerbs und Besitzes von Kokain die Ermittlungen gegen den Präsidenten von Eintracht Frankfurt eingestellt. Fischer hatte die Vorwürfe stets bestritten und von einer Rugmord-Kampagne gesprochen.
Fischer will Matthias Beck als seinen Nachfolger vorschlagen
"Ich habe auf der letzten Mitgliederversammlung gesagt, dass ich mich mit meiner Nachfolge beschäftige. Nach fast einem Vierteljahrhundert im Amt fühle ich mich dazu verpflichtet, den Verein so zu übergeben, dass die Erfolgsgeschichte der vergangenen Jahre fortgeschrieben und um neue Kapitel erweitert werden kann. Hierfür sind frische Impulse und ein Generationenwechsel notwendig. Ich werde den zuständigen Gremien vorschlagen, das Präsidium zeitnah mit Mathias Beck um einen weiteren Vizepräsidenten zu erweitern.""Mathias Beck habe ich nicht nur als unheimlich Eintracht-verrückten, sondern insbesondere als unaufgeregten und zukunftsorientierten Menschen kennengelernt. Durch seine berufliche Historie bringt er viel Know-how mit und ist durch seine Tätigkeit im Verwaltungsrat bereits in viele Themen involviert, sodass der Verein von ihm in sehr vielen Belangen profitieren kann", erklärt Fischer.
Von 4.700 auf über 125.000 Mitglieder
Der Verein hat über den Vorsitzenden des Verwaltungsrates bereits angekündigt, dass Fischer nach seiner Amtszeit zum Ehrenpräsidenten von Eintracht Frankfurt ernannt werden soll. "Peter Fischer ist der erfolgreichste Präsident der Geschichte unserer Eintracht. Seine Verdienste um den Verein sind unermesslich", wird Felix Wirmer in der Pressemitteilung zitiert. (Hans-Hubertus Braune) +++
Kokain-Ermittlungen gegen Eintracht-Präsident Fischer eingestellt