Neue Räumlichkeiten mit moderner Ausstattung

Kolping Recycling ist umgezogen - Textilverwertung nun in der Heinrichstraße

Manuela Schnitzer und Christina Hack sind unter anderem gemeinsam für die Container, Sammlung und die Füllstände zuständig
Fotos: Mathias Schmidt

03.05.2023 / FULDA - Vor über 20 Jahre wurde die Kolping Recycling GmbH gegründet - Etwas Besonderes im Markt für Gebrauchstextilien. Inzwischen ist Stephan Kowoll seit elf Jahren Geschäftsführer der Firma, die Anfang 2000 gegründet wurde. Seit vergangenem Donnerstag hat das Unternehmen auch in Fulda einen neuen Standort, nämlich in der Heinrichstraße 79. 



Kolping Recycling besitzt Lieferanten und Kunden aus der ganzen Welt. Vor allem aus dem Paderborner Raum, dem Münsterland und dem Raum Fulda erhalten sie eine Vielzahl an Lieferungen. Die größten Kunden sitzen derweil in den Niederlanden, wo auch ein eigenes Sortierwerk lokalisiert ist. Insgesamt beliefert die Firma Kolping Recycling acht Sortierwerke.

"Makler und Händler für gebrauchte Kleidungsstücke"

Doch was kann man sich unter diesem Unternehmen vorstellen? "Wir sind eine Art Makler und Händler für nicht gefährliche Abfälle, speziell gebrauchte Kleidungsstücke. Nicht nur fließen sämtliche Gewinne unseres Unternehmens der gemeinnützigen Arbeit zu, sondern wir sind auch in der Lage, uns in die Situation und Arbeitsweise ehrenamtlich tätiger Sammelgruppen bestens einzufühlen. Durch die Vergabe von Dienstleistungsaufträgen an Integrationsbetriebe auf nationaler Ebene gelingt es uns erfolgreich, Menschen wieder in den regulären Arbeitsmarkt zu integrieren. Seit mehr als 20 Jahren vertrauen uns über 500 Sammler aus dem gemeinnützigen, kommunalen und gewerblichen Bereich ihre gebrauchten Kleidungsstücke an", beschreibt Kowoll. 

Vertrauen ist bei ehrenamtlicher Arbeit essenziell

In Deutschland fahren knapp 20 Fahrer täglich die Container ab. Umso wichtiger ist eine wichtige Vernetzung. "Bei etwa 3.000 Sammelcontainern europaweit ist die Logistik ausschlaggebend. Im Raum Fulda sind an einem Sammeltag, der im Normalfall einmal im Jahr im Kreis Fulda stattfindet, bei den etwa 20 Ladestellen ungefähr 200 bis 300 Ehrenamtliche im Einsatz. Dies gilt es dann auch zu koordinieren, da diese natürlich auch nicht in der Materie drin sind." Beim letzten Sammeltag vor kurzem konnten die Ehrenamtlichen um die 120 Tonnen Altkleider sammeln. Im Jahr sind es ca. 16.000 Tonnen. Durchaus anstrengend, aber dennoch eine Aufgabe, die Stephan Kowoll sehr viel Freude bereitet. "Wenngleich es eine spezielle Arbeit mit den Ehrenamtlichen ist, macht sie mir sehr viel Spaß. Man benötigt viel Vertrauen und gute Beziehungen in diesem ehrenamtlichen Bereich, denn dahinter steckt kein Gewinn, der weiterfließen könnte." 

Kontinuierliches Wachstum 

Kolping Recycling gehört zu den Top-10-Unternehmen dieser Branche in Deutschland und hat sich im Markt für Gebrauchtkleider festgesetzt. Eine klasse Entwicklung, die hier nicht stoppen soll. "In Deutschland und in den angrenzenden Ländern besitzen wir ein enormes Wachstumspotenzial, welches sich auch bereits für das nächste Jahr abzeichnet. Seit Dezember letzten Jahres sind wir auch in der Schweiz vertreten und entsorgen beispielsweise die komplette Stadt Zürich. Auch die Anzahl der Container nimmt zu, die Menschen wollen ihre Textilien schnell loswerden", so Stephan Kowoll. "In dieser Branche benötigt man einfach einen guten Namen. Reputation, Transparenz und Zuverlässigkeit sind extrem wichtige Attribute, die wir mitbringen. Bei uns kann jeder Sammler wissen, wo die Waren hingehen." Dabei unterscheidet sich das Unternehmen auch von anderen, denn durch das Zertifikat muss jederzeit dokumentiert werden, wohin die Ware verschickt wird. 

Problemfreier Umzug innerhalb von wenigen Tagen

Zwei Tage hat der Umzug in die neuen Räumlichkeiten gedauert, seit Freitag ist alles fertig. "Es hat einfach alles perfekt geklappt. Die neuen Räumlichkeiten hier vor Ort sind wesentlich effektiver geschnitten. Wir hatten in unseren alten Büros zwar größere Flächen, was im Hinblick auf Corona besser war, allerdings sind diese auch einfach schon älter. Hier haben wir nun auch einen Besprechungsraum samt moderner Kommunikationsausstattung und Klimatisierung. Hinzu kommt die zentrale Lage, so kann jeder von uns schnell in der Stadt seine Angelegenheiten erledigen", so Kowoll.  In den zehn Räumlichkeiten beschäftigt das gemeinnützige Unternehmen acht Mitarbeiter in der Verwaltung und vier im Gewerbe.

Wer Altkleider bei sich Zuhause liegen hat und etwas Gutes tun möchte, kann sich unter https://www.kolping-textilrecycling.de/ erkundigen. Beim Textilrecycling werden 50 Prozent der Kleidung wiederverwendet. (ms) +++

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