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Spitzenspiel der Gruppenliga am Samstag

Der ESV Hönebach kreuzt auf: Der Dritte fordert den Ersten in Eiterfeld heraus

Ante Markesic, Zweiter von links
Archivfotos: Bernd Vogt/Hans-Hubertus Braune

15.04.2023 / EITERFELD - Vor Wochen noch dachte jeder landauf, landab: Die Meisterschaft der Fußball-Gruppenliga entscheidet sich in dieser Saison zwischen der SG Eiterfeld/Leimbach und der SG Freiensteinau. Der Dritte im Bunde aber, der ESV Hönebach, ist hartnäckig und gibt nicht auf. Gewinnt das Team das Spitzenspiel am Samstag in Eiterfeld (15.30 Uhr, Kunstrasen) - dann ist der Eisenbahner-Sportverein mittendrin in der Verlosung im Kampf um den Platz an der Sonne. 


Die Lage an der Spitze der Liga kommt wegen ausstehender Nachholspiele etwas verzerrt daher. Eiterfeld/Leimbach führt die Spielklasse an - mit 56 Punkten aus 24 (von 32) Spielen. Zweiter ist die SG Freiensteinau - ihr Guthaben: 49 Zähler aus 22 Spielen. Dritter ist der ESV Hönebach - er sammelte 45 Punkte aus ebenfalls 22 Partien. Im Falle eines Sieges ist der Tabellendritte also auf Tuchfühlung mit dem Spitzenduo. Punktet Eiterfeld/Leimbach indessen dreifach, käme er dem Titel immer näher. Beide Teams sind mit die Formstärksten der Liga: Eiterfeld holte 14 Punkten in sechs Spielen des Jahres (bei 15:4 Toren) - Hönebach legte vier Siege hin in ebenso vielen Partien (bei 9:1 Toren).

Nach dem 2:0-Heimsieg gegen die SG Freiensteinau Ende März schon wieder ein Spitzenspiel für das Team aus Eiterfeld? "Ja, das ist ein schönes Gefühl, wenn man jede zweite oder dritte Woche ein Spitzenspiel hat", freut sich einer, der den Fußball aufsaugt. Es ist Ante Markesic, Trainer des Spitzenreiters. Er hoffe auf eine "schöne Kulisse", fügt der Kroate an vor dem Duell, das nochmals auf Kunstrasen stattfindet. 

Markesic: "Hönebach steht hinten richtig gut. Wir müssen aufpassen"

Es werde ein enges Duell, erwartet der Coach. "Hönebachs Stärken kenne ich. Wir müssen aufpassen", betont Markesic. Schon so manchen Gegner habe der ESV ausgekontert und Tore nach Standards erzielt - das musste Eiterfeld/Leimbach bei der 0:2-Niederlage im Hinspiel schmerzhaft erfahren. "Hönebach steht hinten richtig gut. Sie machen das sehr, sehr gut", erkennt der Trainer Vorzüge des ESV neidlos an.

Zwar ist der Tabellenführer in diesem Jahr noch ungeschlagen - seine beiden Spiele nach dem Sieg gegen Freiensteinau aber gewann Eiterfeld/Leimbach nicht. In Horas (2:2, Kunstrasen Domgymnasium) und bei der SG Aulatal (0:0) hieß es unentschieden. "In beiden Spielen haben wir Punkte verschenkt", urteilt der ehrgeizige Coach, "der letzte Tick hat gefehlt. In Horas musste es nach den ersten 30 Minuten 4:0 für uns stehen". Für das Duell am Samstag gegen Hönebach gibt Markesic aus: "Wir wollen versuchen, das Spiel zu kontrollieren - und, wenn es möglich ist, zuschlagen." Alle sind dabei beim Spitzenreiter, und der Trainer erklärt: "Wir haben was gutzumachen, weil wir das Hinspiel verloren haben. Das ist gut für die Motivation."

Die Erfolgsgeschichte des ESV begann in der A-Liga - endet sie jetzt in der Verbandsliga?

Im achten Jahr ist Tino Jäger mittlerweile Trainer des ESV Hönebach - im Februar 2016 fing die Erfolgsgeschichte zwischen dem Coach und dem Verein an. Der Weg begann in der A-Liga - endet er in wenigen Wochen in der Verbandsliga? Bange ist Jäger, der früher unter anderem in Asbach und Hünfeld kickte, jedenfalls nicht vor der Aufgabe am Samstag: "Wir sind auf jeden Fall gut drauf. Die Jungs haben sich das Topspiel erarbeitet und erspielt. Das ist schon 'ne coole Sache nach zwei Dritteln der Saison."

Der 42-Jährige ist alles andere als ein Träumer, doch einen zarten Blick nach vorn kann er sich nicht verkneifen. "Mit einem Sieg am Samstag können wir das Ganze an der Spitze noch einmal zu einem Dreikampf gestalten. Das ist ein Riesen-Anreiz für die Jungs." Überhaupt sei es sensationell, so empfindet Jäger, dass der ESV - was seine Entwicklung betrifft - "in diesem Haifischbecken der Fuldaer Vereine mit genannt wird". 

Argumente, Riesen-Glaube und der Wunsch nach Wiederholung

Es gibt genügend Argumente dafür, dass Hönebach am Samstag mit breiter Brust antritt. "Wir können den Platz selbstbewusst und mit Vertrauen in uns selbst betreten. Die Jungs haben einen Riesen-Glauben. Man muss erst einmal ein Tor gegen uns schießen." Die ESV-Kicker werden älter und reifer. "Wir kriegen auch mal ein Spiel - wie zuletzt in Lütter - mit 1:0 durch." Tim "Blacky" Schwarz traf nach 22 Minuten zum Sieg.

Jäger, der sehr aufs Team, das Gefüge und die Ehrlichkeit setzt, ist sich natürlich bewusst, dass Kleinigkeiten, Tagesform, Glück oder Pech entscheiden können. Doch er weiß auch, dass sein ESV Hönebach am Samstag in Eiterfeld bestehen kann. Nicht nur das Hinspiel gewann seine Mannschaft mit 2:0 - auch vor zweieinhalb Jahren, war sie drauf und dran an einem dreifachen Punktgewinn. Es war an einem Freitagabend. Am 23. Oktober 2020. Unter Flutlicht. Auch auf dem Kunstrasenplatz. Hönebach führte bis 20 Minuten vor Schluss nach Treffern von Marcel Katzmann (2) und Kevin Kunze schon mit 3:1 - der Vergleich endete 3:3. Weil Baran und Robin Sorg in der Nachspielzeit noch ausglichen. Kevin Grob hatte Eiterfeld in Führung gebracht.

Jetzt sieht auch beim ESV die personelle Lage gut aus. Bis auf Marius Bommer, der langfristig ausfällt und in der Rückrunde noch kein Spiel absolvieren konnte, kann der Coach aus dem Vollen schöpfen. Die Voraussetzungen für ein echtes Spitzenspiel sind bestens. (wk) +++

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