Der Stadtpfarrer bei O|N

Die Osterbotschaft: "Der Friede sei mit euch!"

Stadtpfarrer Stefan Buß.
Archivfoto: O|N/Hendrik Urbin

08.04.2023 / FULDA - Der österliche Gruß des Auferstandenen "Der Friede sei mit euch!" (Jo. 20,19) am Ostermontag, hat in diesem Jahr eine besondere Bedeutung. Mit den Worten des Friedens hatte er sich auch schon von seinen Jüngern verabschiedet: "Frieden hinterlasse ich euch, meinen Frieden gebe ich euch; nicht einen Frieden, wie die Welt ihn gibt, gebe ich euch!" (Jo.14,27). Ostern! So völlig anders berichtet die Bibel vom ersten Ostertag, als wir heute Ostern erleben. Kein Frühlingserwachen der Natur wird geschildert, kein Osteressen, kein Festhochamt mit Orchestermesse, kein fröhliches Zusammensein. Nichts von alledem wird erzählt.



Ostern war völlig anders, völlig überraschend. Die Jünger waren außer sich. Selbst am Abend dieses Tages waren sie völlig von der Rolle. Angst war die Grundstimmung unter ihnen. Angst und Verunsicherung. Angst vor all denen, die ihren Herrn und Meister, Jesus, ans Kreuz gebracht hatten und Verunsicherung über all das, was sie an diesem Tag bis jetzt erlebt hatten: Erscheinungen von Jesus, er soll leben. Wie das denn? Ein Gekreuzigter lebt nicht, der ist tot, brutal ermordet, so dachten sie. Seit Beginn der Fastenzeit beherrscht der Krieg in der Ukraine nicht nur unsere Medien, sondern auch unser Leben immer noch. Auch wenn man manchmal den Eindruck, in den Medien ist es schon alltäglich geworden. Es ist aber so hautnah, fast vor der eigenen Haustür und jeden Tag erschüttern uns neu Bilder von zerbombten Städten und flüchtenden Menschen. D

ie Gefühle der Jünger an Ostern, sind nahe dran an der Gefühlswelt heute. Die Emmausjünger, wie wir am Ostermontag hören, kehren gesenkten Hauptes, aufgewühlt, sprachlos, traurig nach Emmaus zurück (vgl. Lk. 24, 13-35). In der Situation tiefer Trauer erscheint der Auferstandene selbst. Er hört zu, nimmt ihre Trauer und Sorgen ernst und zeigt dann eine Perspektive aus der Botschaft des Glaubens auf. Und so schreibt Johannes in seinem Evangelium im 20. Kapitel im 19. Vers: "Am Abend dieses ersten Tages der Woche, als die Jünger versammelt und die Türen verschlossen waren, kam Jesus und trat mitten unter sie und spricht zu ihnen: Friede sei mit euch!" Da saßen sie in der Dunkelheit. Die Türen hatten sie verrammelt und die Läden an den Fenstern waren zu. Keiner sollte merken, dass sie da waren. Angst hatte sie gepackt, nackte Angst.

Und plötzlich stand Jesus mitten unter ihnen und spricht sie an: Friede sei mit euch! Was für eine Botschaft! Mitten in der Angst ist der auferstandene Jesus da. Gerade in diesen Tagen brauchen Menschen, diese aufbauende und ermutigende Botschaft. Ostern ist die Verheißung, dass letztlich alles, was uns niederdrückt und gefangen nimmt, überwunden wird. Jesus hat alles überwunden, sogar den Tod. Das ist Ostern: Der gekreuzigte Jesus lebt. Er ist auferstanden und er will uns gerade dort begegnen, wo wir am Ende sind. Er ist da und der Glanz seiner Ewigkeit umleuchtet uns schon jetzt und sein Friede gilt uns. So leben wir mit Ostern. Und unser Auftrag ist es, diese Botschaft auch durch ein Leben im Alltag deutlich zu machen. Der Osterfriede fängt im eignen Herzen an. Erbitten wir in diesen Tagen den Frieden für die Menschen in der Ukraine und in Russland und überall auf der Welt. Ihnen allen ein gesegnetes und friedvolles Osterfest. +++

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