Theater- und Konzertprogramm 2023/24

"Wow": Avatare auf der Bühne des Schlosstheaters - Neuer Spielplan vorgestellt

"Der Graf von Montechristo", Operette aus Meiningen
Foto: Christina Iberl

08.03.2023 / FULDA - Eine gefühlte Ewigkeit lang war Ebbe im Kulturbeutel. Nun stellte am Dienstagabend Christoph Stibor, der Leiter der Theater- und Musikmanagements der Stadt Fulda, dem Schul-, Kultur- und Sportausschuss im Stadtschloss den neuen Plan für die Spielzeit 2023/24 vor.



Rückblick: Die letzte durchgespielte Saison war 2019, als man 86 Vorstellungen fuhr und mit 34.600 Zuschauern zu etwa 80 Prozent ausgelastet war. "Ein großartiger Wert", wie Stibor sagte. "Wirklich große Häuser liegen so bei 60 Prozent." Dann kam Corona und die Stadt nutzte die Zwangspause, um das Schlosstheater baulich und technisch auf den neuesten Stand zu bringen. Im Jahr 2022 waren es dann immerhin 22 Produktionen mit knapp 13.000 Zuschauern, was immer noch gut 80 Prozent entsprach. Nun also der neue Spielplan.

"Wow", befand Susanne Jobst von der CDU und sprach allen Anwesenden aus der Seele. Denn Stibor ist ein kluger Mix aus Klassikern und Unbekanntem mit einigen großen Künstlernamen und vorzüglichen Ensembles geglückt. Da gibt es tolle Inszenierungen von Klassikern wie der "Zauberflöte", "Effi Briest" oder dem "Graf von Montechristo", auf der anderen Seite werden Avatare auf der Bühne zu sehen sein und die Beatles kurzerhand mit Barockmusik gekreuzt.

Besonders wichtig fanden die Ausschussmitglieder, dass das Fuldaer Theater- und Konzertprogramm für jeden etwas bietet und - schon seit einiger Zeit - verstärkt das junge Publikum ansprechen möchte. Etwa mit fahrenden Bühnen, die vor Kitas Station machen, Theater in den Schulen und Workshops wie "Acting vor der Kamera" oder einem Opern-Workshop. Alles kostenlos für die Kids.

Es ist schwer, aus diesem Potpourri des Gebotenen hier wahllos Beispiele herauszugreifen. Also hat OSTHESSEN|NEWS Christoph Stibor gefragt, welche Aufführungen für ihn "besonders erwähnenswert" sind:

· Das Berliner Ensemble mit dem Soloabend von Matthias Brandt "Mein Name sei Gantenbein" von Max Frisch in der Fassung und Regie von Oliver Reese.

· Das Deutsche Theater Berlin mit "Biografie: Ein Spiel", ebenfalls von Max Frisch mit Maren Eggert, Hans Löw und Helmut Mooshammer

· Kabarett-Altmeister Gerhard Polt und die Well-Brüder haben mit den Münchner Kammerspielen einen wunderbaren Abend "A scheene Leich" über die kommerzielle Verwertung der menschlichen Vergänglichkeit entwickelt.

· Die Beethoven-Gala mit allen fünf Klavierkonzerten und historischem Menü, es spielen Alexander Lonquich und das Münchener Kammerorchester.

· Der Purcell-Abend mit der Barockoper "Dido" im ersten und Musik der Beatles, für ein Alte-Musik-Ensemble arrangiert, im zweiten Teil. Es spielt die Lautten compagney BERLIN mit GesangssolistInnen und Chor. Am Saxophon wird Asya Fateyeva zu hören sein.

· Die drei Musiktheaterproduktionen aus Meiningen: Der Barbier von Sevilla, die Zauberflöte und der Graf von Montechristo.

· Jazzlegende Dianne Reeves mit der hr-Bigband.

· Das wohl führende Jazz-und Pop-Orchester aus den Niederlanden: Das Metropole Orkest mit der britischen Pop-Formation SOHN um Christopher Taylor.

· Der Liederabend mit Diana Damrau und Helmut Deutsch.

· Die semi-staged Neujahrsoperette mit der Komischen Oper Berlin: Abermals zwei wiederentdeckte Einakter von Offenbach.

· Eine Breakdance-Show mit Anleihen bei Bach: "Goldberg Moves" von der DDC Breakdance Company.

Es war die Rohfassung des Theater- und Konzertprogramms 2023/24 der Stadt Fulda, die gestern vom Kulturausschuss einstimmig beschlossen wurde. Sobald der Plan gedruckt irgendwo ausliegt, schnappen Sie sich einen. (mw) +++

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