Mission: "Wir helfen Menschen in der Not!"

Wenn Christoph 28 alarmiert wird, geht es um Leben und Tod - O|N-Doku (1)

Ein eingespieltes Team: Notfallsanitäter (ltd. TC HEMS) Andreas Schrimpf und Pilot Matthias Eckert von der Christoph 28-Crew. Die Notärztin gehört auch zum Team, fehlt aber auf diesem Foto.
Fotos: Christian P. Stadtfeld

13.02.2023 / FULDA - Der 'Gelbe Engel' gehört zu Fulda wie der Heilige Bonifatius (Apostel der Deutschen). Seit 39 Jahren hat der Rettungshubschrauber "Christoph 28" seine Heimat am Klinikum Fulda. Mehr als 40.000 Einsätze wurden in den fast vier Jahrzehnten von der Crew geflogen und damit unzählige Leben gerettet. Die Mission der Retter: "Wir helfen Menschen in der Not. Dafür sind wir jeden Tag im Einsatz – mit Herzblut, einem hohen Maß an Engagement und langjähriger Erfahrung."



Als OSTHESSEN|NEWS die dreiköpfige Besatzung für ein Wochenende begleitet, ertönen die Melder insgesamt zwölfmal. Es sind Einsätze, die ans Limit gehen: schwere Verkehrsunfälle, allergische Reaktionen, aber auch internistische Notfälle. Wenn "Christoph 28" kommt, geht es oft um Leben und Tod. Alarmiert wird der Rettungshubschrauber über die Notrufnummer 112, koordiniert durch die Leitstelle Fulda.

"Christoph 28" ist seit 1984 am Klinikum Fulda stationiert. Betreiber ist die ADAC Luftrettung in Kooperation mit dem Deutschen Roten Kreuz (DRK) Fulda und dem Klinikum Fulda. Der Einsatzradius des hochmodernen Rettungs-Helikopters umfasst etwa 70 Kilometer um Fulda. Pro Jahr fliegen die Retter im Dreiländereck Osthessen, Südthüringen und Unterfranken rund 1.400 Einsätze.

"Wenn wir alarmiert werden, ist das eine Ausnahmesituation"


Seit fast 20 Jahren ist Notfallsanitäter Andreas Schrimpf (38) aus Neuhof-Giesel beim DRK Fulda im Rettungsdienst tätig, zehn Jahre gehört er schon zur Crew von "Christoph 28". Als Zivildienstleistender begann seine Karriere, heute ist er in leitender Funktion auf der Station des Fuldaer Rettungshubschraubers und für das nicht-ärztliche-Personal verantwortlich. "Wenn man morgens zum Dienst kommt, weiß man nicht, was einen erwartet. Das macht die Arbeit extrem spannend." Sein Job, für den 38-jährigen Familienvater Berufung: "Wenn wir alarmiert werden, befinden sich der Patient und auch sein Umfeld meistens in einer Ausnahmesituation. Mit der nötigen Ruhe für Struktur und bestmögliche medizinische Behandlung zu sorgen - das zeichnet den Beruf aus."

Teamarbeit sei wichtig, so Schrimpf. Seine Aufgabe als TC HEMS (Helicopter Emergency Medical Service Technical Crew Member) innerhalb der Crew: für einen reibungslosen Ablauf sorgen. Als Notfallsanitäter unterstützt er den Notarzt bei der Versorgung des Patienten und prüft die medizinische Ausstattung sowie die Vorräte an Bord. Darüber hinaus übernimmt ein TC HEMS als "rechte Hand des Piloten" auch fliegerische Tätigkeiten. Er kontrolliert den Luftraum und dirigiert bei Bedarf den Piloten beim Landen. Vor dem Abflug stellt er sicher, dass alle Türen geschlossen sind und der Hubschrauber startbereit ist. Deshalb besteigt er auch als Letzter die Maschine. Permanente Sicherheits-Checks bei Start und Landung gehören ebenfalls zu seinem Job.

Ob internistische oder neurologische Notfälle, Sport-, Freizeit- oder Verkehrsunfälle, Kindernotfälle oder die eilige Verlegung eines Schwerstkranken in eine Spezialklinik: "Christoph 28" und seine Mannschaft sind von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang an 365 Tagen im Jahr für die Menschen in Osthessen einsatzbereit - gegen die Zeit und für das Leben. (Christian P. Stadtfeld) +++

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