Die Handballer legen wieder los (1)

Großenlüders Deppe: Rotenburg ist immer unangenehm, Nolte ein Trainerfuchs

Handball-Krimi: Das war das Derby Hünfeld (in Blau Jannik Bachus) gegen Großenlüder/Hainzell (Michael Blinzler)
Archivfotos: Jonas Wenzel/yowegraphy, Gerhard Manns

13.01.2023 / OSTHESSEN - Die Handballer legen wieder los im neuen Jahr. Nicht nur die bei der WM in Polen und Schweden - auch jene in Osthessen. Widmen wir uns der Landesliga Nord der Männer. Vier Teams unseres Einzugsgebietes sind darin vertreten. Und gleich die Auftaktpaarungen der Rückrunde, die an diesem Wochenende startet, haben es in sich. Am Samstag müssen drei osthessische Teams ran: die TG Rotenburg hat Spitzenreiter HSG Großenlüder/Hainzell zu Gast, der TV Hersfeld den VfB Bettenhausen. Tags darauf tritt der Hünfelder SV in Dittershausen an; alle Spiele beginnen um 17.30 Uhr. 


Imposante 25:1 Punkte legte Oberliga-Absteiger Großenlüder/Hainzell hin in der Vorrunde, als einziges Team der Liga ist das von Matthias Deppe trainierte Team noch ungeschlagen. Seine Mannschaft gilt allenthalben als Topfavorit der Spielklasse, Deppe aber bemüht ein Stückchen Realismus. "Dass es so gut gelaufen ist, ist hier und da auch glücklichen Umständen geschuldet". So lag seine HSG in Guxhagen beim Tabellenzweiten Körle - nach der Aufgabe in Rotenburg erster Heimgegner Großenlüder/Hainzells - in Minute 34 bereits mit sechs Toren zurück. Oder sie setzte sich in Hünfeld in einem wahren Derby-Krimi durch. So zeigte sich der erfahrene Coach natürlich zufrieden mit dem Verlauf der Vorrunde - und auch damit, dass sich sein Team "bei einigen Dingen zusammengerauft hat".

"Denke, dass wir unser Spiel durchziehen können"

Jetzt geht's nach Rotenburg, und Deppe, der sich in der Szene bestens auskennt, warnt vor dem Kontrahenten - auch oder gerade, weil der auf dem vorletzten Rang steht. "Rotenburg ist immer unangenehm. Unabhängig von der Tabellensituation. "Sie wollen bestimmt alles raushauen - und sie haben genügend Qualität". Das kamen renommierte Teams der Liga, wie Körle oder Hünfeld zu spüren. "Sie sind immer für eine Überraschung gut. Und ihr Coach Robert Nolte ist ein Trainerfuchs." Sei's drum: Der HSG-Coach denkt, "dass wir unser Spiel durchziehen können". Personell fahndet Deppe noch etwas im Dunkeln, "ich weiß noch nicht, ob wir mit der kompletten Kapelle antreten können". Erst im Verlauf des Freitags oder am Samstag entscheide sich dies. 

Deppe ist im dritten Jahr Trainer der HSG. Zum zweiten Mal: vor seiner Station beim TV Hersfeld war er bereits zwei Jahre Großenlüder/Hainzells Coach. Sein Team hat sich, bemüht man seine Worte, "einen guten Puffer" an der Tabellenspitze erarbeitet - fünf Punkte liegt es von Körle/Guxhagen, sechs vor Fuldatal/Wolfsanger, sieben vor Dittershausen - "aber den musst du auch halten", spornt er sein Team im Kopf an. Ehe der Anpfiff erfolgt ist. Und schließlich ist es bis zu einer angestrebten Rückkehr in die Oberliga noch ein großer Schritt.

Nolte: Sind viel näher zusammengerückt und haben uns immer besser ausgetauscht

Schauplatz des Duells ist die Großsporthalle der Albert-Schweitzer-Schule. Und noch scheint Rotenburgs Coach nicht so recht zu wissen, in welcher Haut er steckt. "Wir haben in der vierwöchigen Pause viele Trainingseinheiten absolviert". Sinn und Nutzen schiebt er nach: "Ich habe mich mit Mensur Fitozovic, dem Trainer unserer Zweiten, zusammengetan, "wir sind sehr viel näher zusammengerückt und uns immer besser ausgetauscht".

Die personelle Situation der TGR ist gar nicht gut. Sportstudent Maurice Reyer, "ein ganz wichtiger Baustein für mich" (Nolte) und als Back-Up für Boze Balic vorgesehen, schleppt enormes Verletzungspech mit sich herum. Niklas Fischer (Schulterprobleme), der junge Torwart Tobias ... (fehlte die komplette Vorbereitung und musste sich jetzt einer Bilddarm-OP unterziehen, der erfahrene Simon Golkowski (Hüft- und Knieprobleme) und Petr Kotura (weilte in der Pause in seiner serbischen Heimat und kehrte dieser Tage zurück) sind, was ihren Einsatz betrifft, angeschlagen oder fehlen. 

Nolte sagt klipp und klar: "Unser Ziel ist der Klassenerhalt. Das steht ganz oben." Doch vor dem Duell mit dem Spitzenreiter hisst er nicht schon vorher die weiße Flagge. "Wir haben noch 13 Spiele. 13 Möglichkeiten zu punkten." Zudem habe man auch im Hinspiel (35:29 für Großenlüder/Hainzell) 40 Minuten gut gespielt. Wenngleich der Gegner andere Voraussetzungen mitbringe: "Die können ihr Tempo verändern. Das können wir nicht." Doch Rotenburgs Coach, ganz der gewiefte Sportler, ergänzt: "Wir müssen jedes Spiel nutzen, um uns zu finden. Diese Pflicht haben wir allein unserem Publikum gegenüber." Und er gibt das Ziel für das Duell am Samstag aus: "Wir wollen den Favoriten einen Fight bieten und ihn  ärgern." (wk) +++

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