Triathlet Lars Hildebrand (2)
Traumziel Hawaii: "Genussreise und irre Spaß an der Strecke" als Schlüssel
Fotos: privat
06.01.2023 / BAD HERSFELD -
Lars Hildebrand machte Anfang Oktober vergangenen Jahres Schlagzeilen, als er das tat, wovon so mancher Triathlet träumt: Er finishte den legendären Ironman auf Hawaii. Die Geschichte des 42-Jährigen, der für Tri Force Fulda an den Start ging, hat durchaus etwas Spezielles. Und als würde er sich beim Spazierengehen im Kopf antippen, sagt er in der Erinnerung: "Es zaubert einem doch häufiger noch mal ein Lachen ins Gesicht." Auch OSTHESSEN|NEWS entging das nicht. Lesen Sie den zweiten Teil - über seine Erlebnisse auf Hawaii.
Hildebrand machte sich den Jetlag zum Vorteil
Zwei Wochen zuvor reiste er an. Allein, einige Tage später kam Christian Claus, sein bester Freund, den er seit Kindesbeinen an kennt, mit dem er studierte und Seite an Seite Zivildienst leistete, nach. Die ersten Tage verbrachten sie in einem Hotel in Kona, 800 Meter vom Schwimmstart entfernt. Der kurze Weg dorthin führte am Ozean entlang, mit tollem Ausblick, Lars schwamm jeden Morgen. Den Jetlag abzuschütteln, mit der Zeitumstellung zu leben - so einfach funktioniert das nicht in der neuen Welt. "Ich war häufig schon um ein oder zwei Uhr wach", erinnert sich Hildebrand, "da bin ich aufgestanden und gelaufen". Er machte sich den Jetlag zu seinem Vorteil."Mein großes Ziel war es, das Ziel in Kona zu erreichen"
Ab halb zehn stand das Training auf dem Rad an, für eineinhalb oder zwei Stunden. "So gingen die Tage dahin", blickt Hildebrand zurück, "die erste Woche hat Spaß gemacht. Für mich war es wie eine Genussreise. Die Zeit war Spaß an der Freud". Um den sportlichen Wert seines Auftenthalts auf Hawaii einzuordnen, verdeutlicht er: "Mein großes Ziel war es, das Ziel in Kona zu erreichen." Unaufgefordert schiebt er den Grund gleich nach. "Ich hatte irre Spaß an der Strecke. Das war der Schlüssel.""Es war schweißtreibend. Aber schön"
Wechsel zum Radfahren. "Ich wollte locker durchkommen", sagte er. Und freute sich, dass er Christian Claus am Start stehen sah. Sein Freund war stets präsent. Allgegenwärtig. Die zweite Disziplin des Wettkampfs lief richtig gut. Der Himmel war bedeckter, als es viele erwartet hatten. Selten war es sonnig. "Es war schweißtreibend, aber schön." Als das Rennen vorüber war, dachte sich Hildebrand: "Schade, dass ich das Rad abstellen musste." Seine Zeit: 5:22 Stunden.Der Highway nahm gefühlt kein Ende
Dann ging es den Highway entlang. Der nahm gefühlt kein Ende. Doch Hildebrand kämpfte sich durch. Er musste sich durchkämpfen. Und er wusste: "Wenn du das schaffst, wird alles gut." Er wusste auch: Wenn die Sonne untergeht, dann hast du es geschafft. Gegen kurz nach 18 Uhr Ortszeit. Ab und an unterhielt er sich mit Athleten oder Zuschauern. An einer Verpflegungsstelle traf er einen Bekannten. Momente, die einem weiterhelfen. Bei Kilometer 38 - so weit war er schon - folgte ein kleiner Anstieg. Also wieder Palani. Dann Richtung Kona. Richtung Ziel. Hildebrand spürte und motivierte sich nochmal ein bisschen selbst: Jetzt hast du es geschafft."You are an Ironman" - Hildebrand saugte das Hawaii-Gefühl auf
Jeder wird gefeiert, der das Ziel erreicht. Wenn der Moderator sagt: "Lars Hildebrand, you are an Ironman." Fühlte er sich in diesem Moment etwa prominent? "Nein. Ein Adelsschlag ist jetzt übertrieben. Aber es ist ein sehr positives Gefühl. Mir ging's gut." Eine bescheidene Person schien vollgepumpt mit Glückshormonen. Er hatte das Gefühl des weltberühmten Wettbewerbs aufgesaugt.