Bürger werden laut

"Windräder im Gieseler Forst sind nachhaltiges Vergehen an unserem Wald"

Im Gieseler Wald zwischen Kleinlüder und Oberrode soll in den kommenden Jahren ein Windpark entstehen
Archivfoto: O|N/Lea Hohmann

19.12.2022 / GROßENLÜDER - In dem rund 250 Hektar großen Gebiet zwischen Kleinlüder und Oberrode soll in den kommenden Jahren ein Windpark entstehen (O|N berichtete bereits mehrfach). Die Firma juwi aus Wörrstadt (Rheinland-Pfalz) hatte sich erfolgreich auf eine entsprechende Ausschreibung von Hessen-Forst beworben. Um auf die weitreichenden Folgen eines möglichen Windparks aufmerksam zu machen, wollen Bürgerinnen und Bürger jetzt einen Ortsverein gründen und sich so gegen die Umsetzung von Windkraftanlagen im Gieseler Wald engagieren.


Ende November hatten sich rund 40 Bürgerinnen und Bürger in der Hessenmühle versammelt. Darunter sowohl betroffene Anlieger, als auch Vertreter der beiden Vereine BI Windstille Neuhof e.V. sowie Fuldaer Westen e.V.. "Wir alle sind uns einig, dass die Pläne und Vorhaben im Vorranggebiet FD_50 ein nachhaltiges Vergehen an unserem Heimatschutz sind", bringt es Alexander Koch, Geschäftsführer der Hessenmühle auf den Punkt. Der Gieseler Wald gilt als eines der größten zusammenhängenden Waldgebiete Hessens. "Es handelt sich hier um einen besonders alten und wertvollen Wald, der nicht nur Monokulturen, sondern auch Mischwaldgebiete umfasst. Das ist für die regionale Flora und Faune und die Wildtierpopulation von großer Bedeutung", so Koch weiter.

"Beeinträchtigung des qualitativen ländlichen Wohnraums"

Die neue Bürgerinitiative soll über das Vorhaben im Gieseler Wald informieren und vor allem auf die Konsequenzen des Projektes aufmerksam machen. "Die Errichtung von Windkraftanlagen bedeutet einen Eingriff in die Natur direkt vor unserer Haustür und führt zu einer Beeinträchtigung des qualitativen ländlichen Wohnraums", betont der Geschäftsführer, der unter anderem auf Aspekte wie Schattenschlag, Lärmbelästigung und nicht zuletzt den Verlust der artenreichen Tierwelt aufmerksam machte. 

Auch wenn bereits konkrete Pläne zum Vorhaben entworfen wurden. Das Genehmigungs- und Prüfungsverfahren laufe aktuell noch. "Viele Bürger denken, die Windkraftanlagen seien sowieso schon beschlossene Sache. Wir wollen ermutigen, dass es sich noch immer lohnt zu kämpfen und gemeinsam etwas zu bewirken", meint Koch. Viele Bürgerinnen und Bürger seien noch nicht ausreichend aufgeklärt - beispielsweise herrsche noch immer Unklarheit über die genaue Planungshöhe, welche laut Koch bei rund 250 Metern liegen soll. "Es gibt definitiv noch viele Aspekte, über die man sich austauschen solle", ist sich Koch sicher. Aktuell befindet sich der Verein noch in der Gründungsphase. Offiziell eingetragen werden soll die neue Initiative dann im ersten Quartal 2023. 

Großes Engagement der Bürger

Im Laufe des Abends konnten sowohl Bürgerinnen und Bürger, vorwiegend aus Großenlüder, Malkes, Besges und Oberrode, als auch Vertreter der anliegenden Ortsvereine miteinander ins Gespräch kommen und sich über das Vorhaben sowie generelle Problematiken rund ums Thema Windenergie austauschen. "Dieses Projekt würde die Natur vor unserer Haustür nachhaltig zerstören. Dagegen gilt es sich, zu engagieren", so Koch abschließend.

Das von Hessen-Forst ausgewiesene Gebiet im Staatswald gehört zu den zwei Prozent Landesfläche, die die hessische Landesregierung für regenerative Energien wie die Windkraft vorgesehen hat, um die Energiewende in Hessen umzusetzen. (Lea Hohmann) +++

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