Sportschießen/Luftgewehr-Bundesliga

Die Pflicht gelingt dem SV Petersberg - die Kür um Haaresbreite nicht

Strahlende Gesichter bei den Luftgewehr-Bundesligaschützen des SV Petersberg
Fotos: SV Petersberg

12.12.2022 / PETERSBERG - Eine knappe 2:3-Niederlage gegen Buer-Bülse am Samstag, dafür ein ebenso wichtiger wie ungefährdeter 4:1-Sieg gegen den punktgleichen Tabellennachbarn Gölzau am Sonntag - so lautet die Wochenend-Bilanz der Petersberger Bundesliga-Luftgewehrschützen. 


Trainerin Anja Heck hatte die Devise ausgegeben, dass es aus den beiden Begegnungen zumindest schon ein Sieg sein sollte, mit dem man vom Doppelwettkampf aus Braunschweig zurückkehren wolle. Johanna Tripp war wieder fit und belegte hinter Tom Barbe Position zwei - gefolgt von Lea Ruppel, Anna Beck und Jana Heck. 

Johanna Tripp beweist wieder einmal Nervenstärke

Mit dem BSV Buer-Bülse stand als erster Gegner der Tabellendritte auf der To-do-Liste. Ein starkes, punktgleiches Team, das man durchaus schlagen kann: am letzten Doppelwettkampf-Tag hatten sie mit 1961 und 1983 Ringen eine Bandbreite, die sowohl einen Sieg als auch eine Niederlage hätte bedeuten können. Um es vorwegzunehmen: das Duell war auf einem sehr guten Niveau wieder ein Ritt auf der Rasierklinge - wieder mit dem unglücklichen 2:3-Ende für den SV Petersberg, bei 1970:1973 Ringen. Jeweils Pech und Glück auf den Position 1 und 2 sowie 3 und 5 - so blieb Postion 4 das Zünglein an der Waage.

Teamsprecher Michael Döllinger hob gegenüber OSTHESSEN|NEWS die Nervenstärke von Johanna Tripp hervor: "Nach 397 Ringen dann im Stechen in den vierten Schuss zu kommen, ab dem die Zehntel-Wertung gewertet wird, und mit Stechschuss vier mit Jessie Kaps mit 10,8 zu 10,7 den Punkt zu holen - klasse. Leider war es ab diesem Zeitpunkt nur noch Ergebniskorrektur, die Niederlage war besiegelt."

Lea Ruppel: Enormes Pech - aber konstant gutes Premierenjahr in der Bundesliga

Wie knapp Glück und Pech beieinander liegen, verdeutlichen auch die 396 Ringe - also vier Neuner - von Lea Ruppel. Döllinger: "Das waren vier 9,9er, die aber nunmal als "9" zählen, auf genau dem gleichen Fleck. Mit einem Hauch Glück hätten das 398 oder auch 400 sein können. Aber es hat einfach nicht sollen sein - und dann verliert Lea mit einem einzigen Ring. Wie sie das aber immer wegsteckt und in ihrem Bundesliga-Premierenjahr konstant gut schießt, ist echt klasse."

Wichtiger 4:1-Sieg danach: Die Sonntag-Vormittag-Aufgabe schien auf dem Papier die wesentlich leichtere. Der SV Gölzau hatte zuletzt 1959 und 1950 Ringe erzielt und lag auf Tabellenrang sieben. In Braunschweig folgte am Samstag aber ein Paukenschlag: mit 4:1 und 1975 Ringen wollten sie es gegen das Schlusslicht Inden/Altdorf (1959) mit einem Erfolg wissen. Und schon waren der SV Petersberg und Gölzau mit 10:6 Punkten gleichauf. Die Osthessen waren gewarnt - ein Selbstläufer war nicht zu erwarten.

Richtige Taktik - Teamkollegen fangen Anna Becks Niederlage auf

Beim gemeinsamen Petersberger Abendessen im griechischen Restaurant wurde am Samstagabend offensichtlich die richtige Taktik zurechtgelegt. Ob und wie viel Zielwasser sich dabei einverleibt wurde, bleibt SVP-Betriebsgeheimnis, jedenfalls muss es das passende Maß gewesen sein. Ein fast durchgehend hohes Niveau der Petersberger konnte Gölzau nicht wie noch am Vortag kontern. Lediglich Anna Beck wird vermutlich unzufrieden mit sich sein, doch ihr verlorenes Duell wird sie angesichts der vier beeindruckenden Punkte der übrigen Teamkollegen locker verschmerzen können.

Ein Sieg, eine Niederlage - Anja Hecks Vorgabe wurde umgesetzt. Die Stimmung war beim abschließenden Mannschaftsfoto vor der Heimfahrt aus Braunschweig nach einem starken Saisonverlauf zurecht ausgelassen. Michael Döllinger im Telefonat mit O|N: "Ich muss mal kurz unterbrechen, die Lage eskaliert gerade." Mit dem Sieg gegen Gölzau sicherte sich der SV Petersberg punktgleich mit dem Tabellenvierten eine sehr gute Ausgangsposition für den Endspurt.



Das Wochenende des SV Petersberg im
Überblick


SV Petersberg - SV Buer-Bülse 2:3
(1970:1973).

Tom Barbe - Patrik Jany 397:399, Johanna Tripp - Jessie Kaps 397:397 (10:8:10,7), Lea Ruppel - Lisa Tüchter 396:397, Anna Beck - Leila Hofmann 385:388, Jana Heck - Henna Karen Reitz 395:392

SV Petersberg - SV Gölzau 4:1 (1968:1960)

Tom Barbe - Tomasz Bartnik 397:393, Johanna Tripp - Annika Neumann 396:395, Lea Ruppel - Charleen Bänisch 396:385, Anna Beck - Weronika Bartnik 385:394, Jana Heck - Lena Cramer 394:392


Team Wetterau mit zwei Niederlagen

Das zweite hessische Team der Bundesliga-Staffel Nord, das Team Wetterau, musste sich am Samstag beim 1:4 (1956:1974) gegen den Wissener SV geschagen geben. Am Sonntag war gegen den Staffel-Primus Hubertus Elsen trotz einer enormen Leistungssteigerung und zweimal 399 Ringen die 2:3-Niederlage nicht abzuwenden (1974:1983). Die Wetterauer sind nun mit 4:14 Punkten Drittletzter.

Ausblick: Im Januar geht's weiter - Petersberg strebt Bundesliga-Finale an

Mit diesem Wochenende endet das Bundesliga-Kalenderjahr - um Mitte Januar mit großem Trommelwirbel in die Saison-Zielgerade einzubiegen. Für den SV Petersberg wird sich am 14. Januar im Hessen-Duell gegen das Team Wetterau und einen Tag später gegen die Gastgeber des Wissener SV zeigen, ob es für Platz vier und damit das große Bundesliga-Finale reicht.  (goa) +++

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