Stadthalle bleibt wegen Energiekrise zu
Kein Veranstaltungsort: Ungewisse Zeiten beim Faschingsverein Stiefel-Club
Fotos: Simke Ried / Facebook
07.12.2022 / HOMBERG (OHM) -
Nach zwei Jahren Corona-Zwangspause fiebern osthessische Fastnachtsvereine mit großer Vorfreude auf die bevorstehende Kampagne hin. Alle? Nein. Große Sorgen hat aktuell der Homberger Stiefel-Club (Vogelsbergkreis). Denn die Stadthalle - der jährliche Veranstaltungsort des Faschingsvereins - bleibt in diesem Winter aufgrund der Energiekrise zu.
Im Oktober hat der Magistrat der Stadt nach einem Dialogtreffen zum Energiesparkonzept die Entscheidung getroffen, dass nur ein Teil der städtischen Liegenschaften über die jetzige Heizperiode geöffnet bleibt. Dazu gehörten lediglich fünf Dorfgemeinschaftshäuser in den umliegenden Dörfern, die Sporthalle in Nieder-Ofleiden und das Mehrgenerationenhaus in Ober-Ofleiden. "Die nicht geöffneten Liegenschaften - darunter auch die Stadthalle in Homberg - werden nur so weit geheizt, dass Schäden an den Gebäuden bzw. ihrem Inventar vermieden werden", heißt es vonseiten des Magistrats nach der Entscheidung.
"Energiekrise stellt Homberg vor Herausforderungen"
"Die im Kontext des Überfalls auf die Ukraine entstandene Energiekrise stellt auch Homberg vor eine Herausforderung, die nur in einem gemeinschaftlichen Geist zu stemmen ist. Die durch die Maßnahmen eingesparten Kosten dienen der gesamten Kommune - die eingesparten Brennstoffe sollen dazu beitragen, eine etwaige Mangellage auf nationaler Ebene zu verhindern, welches dringend geboten und durch den Gesetzgeber entsprechend verbindlich eingefordert ist.
Verlegung nach Nieder-Ofleiden im Gespräch
Könnte das für den Homberger Stiefel-Club das Aus bedeuten? Der Faschingsverein hält in der Homberger Stadthalle nämlich seine alljährlichen Sitzungen ab, Männerballett und Tanzgarden nutzen die Räumlichkeiten im Vorfeld zum Trainieren. Und fast zwei Monate nachdem der Entschluss des Homberger Magistrats getroffen wurde, gibt es noch immer keine Alternativmöglichkeit. Die Stadt stehe jedoch im Dialog mit dem Verein.HSC enttäuscht
Lösungen, um die Kampagne wie gewohnt in der Stadthalle durchzuführen, habe es laut dem HSC genug gegeben: "Höhere Pauschalen für die Nebenkosten an den Veranstaltungstagen, keine Heizung für Trainings- und Aufbauzeiten usw." Bürgermeisterin Ried: "Die Stadt wird den Verein nach Kräften unterstützen, aber dabei weiter an der Gleichbehandlung aller Vereine festhalten. Das bedeutet, dass wir unser gemeinsam entworfenes und abgestimmtes Energiesparkonzept nicht kurzerhand aufschnüren – auch wenn die Bewältigung der Situation allen besondere Kraftanstrengungen abverlangt."
Stadt ist zuversichtlich