Luftgewehr-Bundesliga

Wie der Samstag, so der Sonntag: 3:2-Sieg nach emotionaler Achterbahnfahrt

Zweiter Sieg im zweiten Schießen für den SV Petersberg
Fotos: Gerd Ochs

17.10.2022 / PETERSBERG - Während am Samstag nach dem hochspannenden Petersberger 3:2-Saisoneröffnungssieg noch grenzenlose Begeisterung herrschte (O|N berichtete), nahm man den erneuten 3:2-Sieg, diesmal gegen Inden/Altdorf, ungläubig und fast schon mitleidig zur Kenntnis. Die Niederlage schien bis kurz vor Ende der Begegnung nach einem wechselvollen Verlauf eigentlich besiegelt - doch auch beim Sportschießen kommt es manchmal kurz vor der Ziellinie alles noch ganz anders.


Der Sonntagswettkampf im Ablauf:

Trainerin Anja Heck hatte auf Position 5 umgestellt: für Mona Heck war Anna Beck aufgerückt. "Das hatte nichts mit dem Samstag zu tun, sondern war bereits vorher festgelegt, weil bei dieser Leistungsdichte jeder seine Einsätze haben soll." Auf den Positionen eins bis vier starteten also unverändert Vinita Bhardwaj, Lea Ruppel, Johanna Tripp und Jana Heck - wie schon am Samstag erneut eine reine "Frauschaft". Bemerkenswert: das gleiche Bild auch beim Gegner. Zehn Schützinnen gegeneinander - sicher nicht alltäglich.

Nach Beginn des Wettkampfes fällt auf, dass die Gästeschützin Anna-Lena Kropmann fast sechs Minuten braucht, bis der erste Schuss fällt. Ob sie Probleme hat? Ihre nonverbale Antwort im Kaliber 4,5 mm: die erste Serie wird eine "Hunderter" - aber von Kropmann wird noch zu sprechen sein. Kaum ist ihr erster Schuss verhallt, beendet ihre Teampartnerin Christina Glohr auf Position zwei als "Sprinterin" bereits die erste Serie: 100.

Es entwickelt sich insgesamt wieder ein spannendes Ding: nach etwa 20 Minuten liegt Petersberg 2:3 hinten, ausgerechnet die vermeintlich sichere "1" Vinita liegt (trotz 99-100-99) zunächst hinten, außerdem auch Jana und Anna auf 4 und 5. Vinita holt sich die Führung, "schwächelt" aber in der letzten Serie (sofern man das bei 97 Ringen sagen kann) - auch die Inderin scheint Nerven zu haben. Ihre starke Gegnerin Saskia Lüssem nutzt die Gunst der Stunde aus und holt sich den unerwarteten Punkt (395:397). Auf der 5 liegt Anna Beck dann mal in Führung, diese ist sie aber (trotz am Ende hervorragender 392 Ringe) zunächst auch wieder los, als es auf die Zielgerade geht. Damit scheint der Wettkampf eigentlich sicher verloren zu sein, obwohl Lea Ruppel und die Samstags-Matchwinnerin Johanna Tripp mit 398 und 397 famose Ergebnisse hinlegen und zwei Punkte für den SVP holten.

Ein leises, ungläubiges Raunen geht durch die Halle: auf der Position fünf hat die vermeintliche Siegerin Anna-Lena Kropmann bei einem der letzten Schüsse eine 7 geschossen - bereits für Schützen in der Kreisliga ein Alptraum. Trotz dieses "Unfalls" erzielt sie starke 391 Ringe - und verliert damit gegen Anna Beck, die bereits mit 392 ins Ziel gekommen war. Punkt für Beck, nach Ruppel und Tripp der dritte Punkt für Petersberg - der zweite Sieg im zweiten Wettkampf ist unter Dach und Fach.

Es ist aber im Gegensatz zum Samstag eine eher stille Freude im Team und auf den Rängen der erneut gut gefüllten Kreissporthalle, denn trotz der hervorragenden Ergebnisse war es das beschriebene Malheur, das den Sieg brachte. Sportlich fair wurden die Gegnerinnen getröstet - jeder weiß aus eigener Erfahrung, wie sich das anfühlt.

Randnotizen und Fazit des Wettkampfwochenendes

Als Ehrengäste konnten unter anderem der Landtagsabgeordnete Sebastian Müller, Bürgermeister Carsten Froß, die Präsidentin des Hessischen Schützenverbandes Tanja Frank und Bezirksschützenmeister Uwe Maul begrüßt werden.

Angetan von der Leistungsdichte war auch DSB-Kampfrichter Werner Bublitz: "Was wir hier sehen, ist schon unglaublich. Einfach Schießsport auf allerhöchstem Niveau!"

SVP-Vorstandssprecher Frank Urspruch fasst zusammen: "Es war für uns eine absolut zufriedenstellende Veranstaltung. Wir haben dem Publikum zwei unfassbar spannende Wettkämpfe geboten, die beide erst ganz zum Schluss mit 3:2 gewonnen wurden. Ein klasse Auftakt in die Saison. Die Zuschauerbeteiligung war supergut, die Tribüne war zweimal fast voll, da kann man nicht meckern. Die Mädels sind fit, ich glaube, wir haben noch eine schöne Saison vor uns. Mal sehen, wo wir am Ende landen."

Man kann den Petersbergern nur gratulieren, nicht nur wegen der beiden Siege. Organisation, Catering und das ganze Drumherum liefen vorbildlich ab - diesen Sieg hat sich praktisch der ganze Verein verdient.

Die beiden Wettkampftage in der Ergebnisübersicht:

Samstag:

Wissener SV - Hubertus Elsen   2:3
Inden/Altdorf - Wieckenberg    0:5
SV Petersberg - SV Kamen         3:2 (398:386, 393:387, 391:390, 385:387, 382:389)

Sonntag:            

Wieckenberg - Hubertus Elsen 2:3
SV Kamen - Wissener SV             2:3
SV Petersberg - Inden/Altdorf  3:2 (395:397, 398:394, 397:391, 388:393, 392:391) (goa)+++

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