Gespräch mit Forstamtsleiter Wilshusen
Darf jeder einfach so in den Wald gehen und Holz mitnehmen?
Fotos: Lenz
26.08.2022 / HOFBIEBER -
Die heutigen Zeiten verlangen mitunter Eigeninitiative und Tatkraft - wenn es denn erlaubt ist. So gibt es Menschen, die angesichts des in den Wäldern herumliegenden Holzes meinen, sie bräuchten nur einen Anhänger, um damit eine Ladung abzutransportieren, um zumindest über den Winter zu kommen. Doch so einfach ist es wirklich nicht, wie im O|N-Gespräch Florian Wilshusen erläutert. Er ist der Leiter des Forstamtes Hofbieber, zugehörig dem Landesbetrieb "HessenForst".
Es gibt auch Ausnahmen
Eine Ausnahme seien die sogenannten "Handsträuße", für die es sogar eine im §39 Bundesnaturschutzgesetz beschriebene Regelung gibt: Danach dürfen Pflanzen/Äste nur in geringen Mengen für den persönlichen Gebrauch ent- und mitgenommen werden. Apropos Bezahlen: Ordentlich gerücktes Holz, das für den Interessenten direkt am Weg bereitliegt, kostet circa 80 Euro pro Festmeter. 33 Euro zahlt man pro Raummeter, wenn man es selbst im Bestand aufarbeitet (beziehungsweise aufarbeiten will).Naturschutzleitlinie
Wilshusen erwähnt auch die aktuelle Naturschutzleitlinie, wonach der Anteil an Totholz erhöht werden soll, um beispielsweise Spechten und Käfern bessere Lebensbedingungen zu bieten. "Da kommen dann die Leute und sagen, das Holz, was da rumliegt, wäre ja klasse als Brennholz geeignet. Denen müssen wir leider eine Absage erteilen, weil das dem Naturschutz vorbehalten ist."
Der Forstamtsleiter erläutert zudem die Strategie von "HessenForst", die Brennholzmenge für gewerbliche Kunden gut um die Hälfte zu reduzieren: Dies komme den privaten Haushalten zugute. Zudem werde ein Teil des Brennholzes der Industrie zur Verfügung gestellt, um langlebigere Produkte zu fertigen, was letztendlich dem Klimaschutz dient.
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