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SV Neuhof - RW Walldorf 0:2

Bär spricht von gravierenden Fehlern: "Ich habe jetzt noch Kopfschmerzen"

Neuhofs Sergio Sosa Perez (vorn) in Duell mit Walldorfs Vogt
Fotos: Carina Jirsch

22.08.2022 / NEUHOF - Wenn Akif Kovac gleich in der zweiten Minute getroffen hätte - aus einer Schussposition, die besser nicht hätte sein können ... Doch lassen wir diese Floskel. Die Kicker des SV Neuhof verloren am Sonntagnachmittag auch ihr drittes Heimspiel der Saison: Sie prallten am robusten und mannschaftlich wesentlich besseren Team von Rot-Weiß Walldorf ab und zogen mit 0:2 (0:2) den Kürzeren. So sehr sich der SVN in der zweiten Halbzeit auch mühte und eine leidenschaftliche Schlussphase hinlegte - es reichte nicht, dem gut verteidigenden Kontrahenten beizukommen.


Alex Bär beschönigt nichts. Neuhofs Trainer ist für realitätsnahe Analysen bekannt. Stets kommt er auf den Punkt. "Wir drehen uns im Kreis", sagte er seines im Lern- und Entwicklungsprozess befindlichen Teams. "Wir schießen keine Tore - der Gegner kriegt zwei Chancen und schießt sie rein. Bei den Gegentoren haben wir gravierende Fehler gemacht." Das Etikett "gravierend" konnte aus seiner Sicht gar nicht groß genug sein. 

Fehler, die jeden Jugendtrainer geärgert hätten

Was der Coach meinte: In der Entstehung des 0:1 war's gleich eine Fehlerkette - oder eine Doppelung. Zunächst verursachte Nunes einen Freistoß, den jeder Jugendtrainer geärgert hätte. Sein Gegenspieler lief etwa 25 Meter vor dem Neuhofer Kasten vom Tor weg - und der Ex-Eiterfelder Issak Somov öffnete die Mauer und sprang hoch. Beim 0:2 nach nicht mal einer halben Stunde unterlief Innenverteidiger Williams eine zu kurze Kopfballrückgabe zu seinem Keeper Grbovic - der Ex-Neuhofer Benazza sprintete dazwischen und setzte die Kugel mit der Pike ins Tor.

Damit kein falscher Eindruck entsteht: Der SVN spielte keinesfalls schlecht, lief diesen Hypotheken aber die gesamte Partie über hinterher. Abgesehen von Akif Kovac' früher Chance per Direktschuss aus wenigen Metern nach einem lang getretenen Eckball, boten sich dem Gastgeber durchaus Möglichkeiten. Für Somov etwa, der Richtung Tor strebte, prima fintierte, ohne das Tempo zu verlieren - aber einfach nicht zum Abschluss kam (11.). Später war seine Möglichkeit nicht ganz so verheißungsvoll, aber ähnlich (25.). Vor seinen Chancen war Walldorf durch erwähnten Freistoß in Führung gegangen - und danach war die Partie mit dem 2:0 für die Gäste vorentschieden (29.).

Walldorfs mannschaftliche Geschlossenheit gefällt

Der Gast hinterließ einen stimmigen Eindruck. Vor allem in der ersten Hälfte bekam der SVN in mannschaftlicher Hinsicht den Spiegel vorgehalten. Walldorf gefiel durch sein Verhalten als Team: Das griff mit mehreren Spielern an, stets mit dem Versuch, Tempo aufs Tor mitzunehmen - und er bekam schnell alle Spieler hinter den Ball. "Aufgrund der Leistung in der ersten Halbzeit war unser Sieg verdient. Und wenn du zu null spielst, ist es verdient", sagte Gästecoach Artur Lemm. 

Im zweiten Spielabschnitt trat Walldorf offensiv kaum noch in Erscheinung - bot defensiv indessen eine reife Leistung. Neuhof, das jetzt engagiert spielte und alles versuchte, biss sich daran die Zähne aus. Stets hatte Walldorf Überzahl in Ballnähe, verteidigte robust und mit Fünfer-Kette. "Wir haben die eigene Box gut verteidigt", freute sich Lemm, der eine "sehr gute, mannschaftlich geschlossene Leistung sah. Immerhin stehen 15 Neuzugänge in seinem Kader, der ein Durchschnittsalter von 23,2 aufweist.

Feiner Spielzug mit Symbolcharakter

In puncto Engagement konnte man dem SVN absolut nichts vorwerfen. Pech, dass Mirza Kovacs Abschluss geblockt wurde (71.). Pech auch, dass Djebbaris Linkschuss knapp vorbeiging, nachdem der ansonsten starke Gästekeeper Czirbus unzureichend geklärt hatte (81.). War das Pech, als Shani am fast verwaisten Gehäuse vorbeischoss? Ein feiner Spielzug in der Schlussphase bleibt zudem haften: Der recht blasse Sosa Perez setzte mit einer intuitiven Direkt-Verlagerung den eingewechselten Fahrudin Kovac in Szene - und dessen nicht ungefährliche Eingabe bereinigten die Gäste (88.). Als hätte diese Situation Symbolkraft gehabt - Neuhof wollte, Walldorf aber war schon da. Auch Alex Bärs Aussagen hatten Symbolkraft. (wk)


SV Neuhof: Grbovic - Igkmpinompo (68. Gärtner), Williams, Pandov, Nunes(77. Shani) - Cortes, Sosa Perez, Costa Sabate (65. Djebbari) - Mirza Kovac, Somov (65. Fahrudin Kovac), Akif Kovac
Walldorf: Czirbus - Huß, Thomasberger, Matheisen, Dogan - Ludwig, Mladenovic (89. Metzner)- Borger, Vogt (68. Vogt), Mehnatgir (60. Lüken) - Benazza (75. Herdt)
Schiedsrichter: Frederik Angermayer
Tore: 0:1 Ludwig (16.), 0:2 Benazza (29.)
Zuschauer: 80

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