Von Neuenstein-Mühlbach nach Dortmund
Als Albert Heß wieder einmal auf den Lahrbacher Sebastian Kehl traf
Fotos: privat
10.08.2022 / NEUENSTEIN -
Noch immer sitzt er fast den gesamten Tag in seinem Büro. Von morgens um halb sieben bis abends um acht. Kürzlich ist er 70 geworden. Gemeint ist Albert Heß, ein renommierter Architekt aus der Neuensteiner Gemeinde Mühlbach. Sein Ruf ist über die Kreisgrenzen hinaus bekannt. Wie einst oder immer noch im Fußball. Da legte er in den 1970er-Jahren mit seinem Heimatverein SG Mühlbach/Raboldshausen eine Erfolgsgeschichte sondergleichen hin, kickte für den FC Homberg und Hessen Kassel. Als Trainer war er ebenso gut, coachte auch Fuldas Bezirksauswahl im Nachwuchsbereich. Doch jetzt verließ er sein näheres Umfeld für drei Tage. OSTHESSEN/NEWS weiß, warum. Und hat Heß einen Besuch abgestattet.
Auch Dieter Kehl feierte seinen Siebzigsten
Was dem 70-Jährigen viel bedeutete: "das Wiedersehen mit alten Kameraden", wie er es nennt. Ob das nun die Ex-Bundesliga-Profis Olaf Thon, Oliver Reck oder Kaiserslauterns aktueller Co-Trainer und einstiger Torjäger Olaf Marschall waren. Oder - und um zum Höhepunkt zu kommen: das Wiedersehen mit dem Lahrbacher Sebastian Kehl. Mit dem neuen Sportlichen Leiter des BVB traf er nach einer Podiumsdiskussion am letzten der drei Tage zusammen. Sie unterhielten sich nur kurz - Kehl musste in Windeseile zu einer Pressekonferenz seines Vereins. Apropos Kehl und Lahrbach: Heß betreute den heute 42-Jährigen einst in der Bezirksauswahl - obwohl Kehl meist in der Landesauswahl eingesetzt wurde. Auch Sebastians Vater Dieter kam ins Spiel: Wenige Tage, bevor Heß dies tat, feierte auch Kehl Senior seinen Siebzigsten.Nordlandreisen, FC Homberg, Hessen Kassel, Höhenflug mit Mühlbach/Raboldshausen
Albert Heß' Leben als aktiver Fußballer und Trainer zu beschreiben, das sprengt hier fast den Rahmen. Deshalb fokussiert nicht nur er sich auf die schönsten Erinnerungen. "Die wunderbare A-Jugend-Zeit mit dem Hersfelder Hessen Oskar Lämmerzahl als Trainer der Bezirksauswahl - und die dazugehörigen Nordlandreisen." Oder die beiden Jahre beim FC Homberg, als Heß, soeben der A-Jugend entwachsen, Mühlbach verließ und beim Verbandsligisten anheuerte. Selbst die wenigen Monate bei Hessen Kassels Amateuren waren ihm eine Lehre: beim Sprung in die Oberliga stieß Heß an seine sportlichen Grenzen.A-Lizenz unter Holger Osieck - Bezirksauswahl- und DFB-Stützpunkttrainer
Auch als Trainer ist er nach wie vor in bester Erinnerung. Schon während seiner Zeit in Homberg erwarb er die B-Lizenz, in der Sportschule Hennef unter Holger Osieck als Trainer "baute" er später die A-Lizenz, die zweithöchste Stufe der Trainerausbildung in Deutschland. Seinen Heimatverein Mühlbach/Raboldshausen trainierte Heß fünf Jahre, den Nachbarn Ober-/Untergeis zwei Jahre - hinzu kamen viele Auswahlmannschaften des Bezirks Fulda in den Genuss seines Fachwissens. Zwölf Jahre war er Bezirksauswahltrainer (also für den Hessischen Fußballverband beschäftigt), fünf Jahre DFB-Stützpunkttrainer in Ransbach und Fulda.