Kleine Feierstunde mit Umtrunk

Offizielle Einweihung des Rathauses - Moderne und Historie vereint

Bei der offiziellen Einweihung des Rathauses (von links): Architekt Andreas Staubach überreichte Bürgermeister Benjamin Tschesnok symbolisch den Schlüssel.
Fotos: Bernd Vogt

02.07.2022 / HÜNFELD - Großer Tag in der Konrad-Zuse-Stadt: Das Rathaus in Hünfeld (Kreis Fulda) ist wieder mit Leben gefüllt - und das nach vierjähriger Umbauphase. Am Samstagvormittag hatte Bürgermeister Benjamin Tschesnok (CDU) das von Grund auf erneuerte Gebäude offiziell seiner Bestimmung übergeben (O|N berichtete bereits vorab). "Es ist vollbracht. Endlich sind wir in der Innenstadt zurück und konnten bereits in unser vertrautes Rathaus einziehen. Es hat viel Schweiß und manchmal auch Tränen gekostet, um bei diesem historischen Bild zu bleiben." Doch die Mühen hätten sich allemal gelohnt. Jetzt stehen neue und alte Elemente im Einklang zueinander.



Das Architektenteam Staubach & Partner hatte sich dem Großprojekt angenommen. Insgesamt hätten sich 37 Firmen an dem ganzen Umgestaltungsprozess beteiligt. Ein Rückblick zeigt, dass die ein oder andere Überraschung nicht ausblieb: Während der vierjährigen Bauphase traten zahlreiche Mängel und Probleme der Bausubstanz zutage, die nicht nur die Bauzeit verlängert, sondern auch die Kosten erhöht haben. Statt der ursprünglich geplanten rund 6,5 Millionen Euro für den Umbau des Rathauses und des benachbarten Bürgerbüros liegt die gegenwärtige Kostenschätzung bei mehr als 1,1 Millionen Euro. Grund dafür sind nicht nur Verzögerungen und Verteuerungen wegen der Corona-Pandemie, sondern auch statische Probleme und Schäden in der Bausubstanz des 130 Jahre alten Gebäudes, die erst während der Umbauphase erkannt werden könnten. 

Dies begann bereits bei der Trockenlegung der Kellergewölbe, die weitaus aufwendiger waren als geplant, weil jegliche Abdichtung gegenüber dem Erdbereich fehlte. Auch statische Probleme und die hohen Anforderungen des Brandschutzes führten zu erheblichen Mehrkosten. 

Lobt an die Belegschaft der Stadtverwaltung

"Entstanden ist nun ein hochmodernes und zweckmäßiges Verwaltungsgebäude, das den Mitarbeitern auch mit Blick auf die zunehmende Digitalisierung gute Arbeitsmöglichkeiten bietet", so Bürgermeister Tschesnok weiter. Daneben ist das Rathaus mit seinen Sälen auch eine multifunktionale Veranstaltungsstätte - beispielsweise für Kulturabende und vieles andere mehr. "Für die Mitarbeiter der Stadtverwaltung, die übergangsweise im Museum ausharren mussten, war es natürlich keine einfache Zeit." Im Winter sei es beispielsweise häufig zu kalt gewesen, im Sommer oft unerträglich heiß. "Trotz der Unzulänglichkeiten haben alle nicht nur durchgehalten, sie haben durchgezogen und unsere Verwaltung und die gesamte Stadt vorangebracht", konstatierte der Bürgermeister. 

Barrierefreiheit, Brandschutz und Digitalisierung

Ziel des Umbaus waren insbesondere die Barrierefreiheit, der Brandschutz und die Anforderungen an die Digitalisierung der Verwaltung. Hinzu kamen allerdings viele Maßnahmen zur Sicherung und Substanzerhaltung diese Stadtbild prägenden Baudenkmals. Auch denkmalpflegerische Aspekte mussten dabei berücksichtigt werden. So sind beispielsweise die historischen Türen in den Rathaussälen erhalten geblieben. Sie mussten allerdings mit aufwendiger Technik so umgebaut werden, dass sie auch die Anforderungen des Brandschutzes erfüllen.

In den einzelnen Geschossebenen wurden Brandschutztüren eingebaut und das gesamte Treppenhaus mit einer Anlage ausgestattet, um es im Brandfall rauchfrei halten zu können und damit die Fluchtwege zu sichern. Der neue eingebaute Aufzug, erschließt nun alle Geschossebenen, sodass auch Menschen mit Beeinträchtigungen diese erreichen können. Da die historischen Treppen und Arkaden auf der Vorderseite keine barrierefreie Gestaltung ermöglichten, gibt es einen neuen Haupteingang im rückwärtigen Teil des historischen Rathauses, über den Besucher mit einem Aufzug alle Geschossebenen erreichen können. Auch die ehemalige Rathausstraße wurde neu und modern umgestaltet und bietet der Innenstadt eine hohe Aufenthaltsqualität. 

Segnung und Ausblick

Die kirchliche Segnung übernahmen der katholische Pfarrer Dr. Michael Müller und der evangelische Pfarrer Stefan Remmert. Bürgermeister Tschesnok kündigte übrigens bei der offiziellen Einweihung des Gebäudes an, dass spätestens bis zum Hünfelder Gaalbernfest Ende August ein Tag der offenen Tür stattfinden soll - so können sich dann auch alle Bürger von dem Ergebnis vor Ort selbst überzeugen. (mkr/pm) +++

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