"Mahnen dringend zur Einigung"
Krise am Uniklinikum Gießen-Marburg: Klinikdirektoren in großer Sorge
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01.07.2022 / GIESSEN / MARBURG -
Das Uniklinikum Gießen-Marburg kommt aktuell nicht aus den Schlagzeilen: Denn der Betreiber, die Rhön AG bzw. Asklepios, ist im Clinch mit dem Land Hessen. Zur Diskussion steht, wer wie viel investiert, um die Zukunft des UKGM zu sichern. Mitarbeiter sind seit langem in Sorge - denn niemand weiß, wie es weitergeht. Die Klinikdirektoren haben sich mit der aktuellen Lage am UKGM beschäftigt und einen einstimmigen Beschluss gefasst.
In einem Letter of Intent, einer Absichtserklärung beider Parteien, wurde laut den Klinikdirektoren bereits eine solidere Investitionsfinanzierung des Klinikums in Aussicht gestellt. Doch die diesbezüglichen Verhandlungen gerieten nun ins Stocken.
Unverständnis und Bedenken am UKGM
"Dilemma begann in den 90er Jahren"
Laut den Klinikdirektoren habe das Dilemma bereits in den 90er Jahren begonnen, "als die politisch Verantwortlichen davon ausgingen, dass Hessen zu viele Medizinstudierende ausbilde und deswegen einer der drei hessischen Standorte zu schließen sei". Eine daraus resultierende dramatische Reduktion jeglicher Investitionsmittel habe begonnen. "Im Jahre 2005 und 2006 folgte dann zur Überwindung des dann aufgetretenen Investitionsstaus die Fusionierung der Uniklinik-Standorte Gießen und Marburg und deren Privatisierung." Die Klinikdirektoren sprechen hier von drastischen Folgen.Fünf Forderungen der Klinikdirektoren
Bei einer Konferenz haben die Direktoren einen einstimmigen Beschluss gefasst und fünf Forderungen an die im Clinch liegenden Parteien gestellt:- eine zeitnahe Einigung zwischen dem Mehrheitseigner und dem Land Hessen,
- 490 Millionen Euro Investitionsmittel müssen über zehn Jahre erreicht werden,
- Wiederherstellung der in der Zukunftsvereinbarung 2017 hinterlegte Einigung zur Trennungsrechnung und Ausgliederungsverbot muss wieder hergestellt werden,
- die zwischen dem Land Hessen und Rhön/Asklepios zu treffende Vereinbarung darf nicht nur rein fiskalischen Erwägungen folgen.
"Nach 17 Jahren UKGM ist die zeitnahe Einigung in diesen grundlegenden Punkten der Prüfstein für die Tragfähigkeit des Konzeptes eines privatisierten Universitätsklinikums. Die Klinikdirektoren aus Gießen und Marburg appellieren daher an alle Beteiligten, die Verhandlungen im Interesse des Klinikums, seiner Patienten sowie Mitarbeiter umgehend abzuschließen."
Ministerin Dorn: Rhön AG muss Verantwortung übernehmen
Die Resolution der Klinikdirektoren betone, wie dringend das UKGM Investitionsmittel benötigt. "Wir nehmen die Kritik sehr ernst, dass mit der Übernahme der Rhön-Klinikum AG durch Asklepios Investitions- und Bauprojekte am UKGM angehalten wurden, auch solche, zu denen sich Rhön verpflichtet hatte. Auch wir sind der Ansicht, dass eine Fertigstellung der im Zukunftspapier verpflichtend vereinbarten Baumaßnahmen weiterhin vordringlich ist." (ld) +++