Frühzeitig die Weichen stellen
Spedition Zufall will "enkeltaugliche Fahrzeuge" und testet E-Lkw

Fotos: Henrik Schmitt
30.06.2022 / FULDA - Sascha Schlote ist einer der Chef-Fahrer bei der Fuldaer Niederlassung des Speditionsunternehmens Zufall und hat seit Freitag ein neues Lieblingsspielzeug: den Prototypen eines E-Lkw der Marke MAN. Zwei Wochen lang wird der 13-Tonner von Sascha Schlote und seinen Kollegen auf Herz und Nieren geprüft und es macht ihm sichtlich Spaß, wenn er damit über den Firmen-Parkplatz cruiset.
Der Testlauf ist eine Zusammenarbeit von Zufall mit der Hochschule Fulda und wird akademisch begleitet von Charlotte Jahn, die dort ein duales Studium im Bereich Logistik-Management absolviert. "Bis 2035 sollen ja alle Diesel-Pkw vom Markt verschwinden", erläutert Kathrin Fehler (stellvertretende Bereichsleiterin Produktion, Fernverkehr, Fuhrpark) im Gespräch mit OSTHESSEN|NEWS. "Früher oder später wird das auch für Lkw gelten. Und da unsere Flotte ausschließlich mit Diesel fährt, wollen wir frühzeitig die Weichen für diese Entwicklung stellen."
Alle gesammelten Erfahrungswerte fließen in die Studienarbeit von Charlotte Jahn ein, und wenn alles rundläuft, kann die Produktion bereits im nächsten Jahr in Serie gehen. Kostenpunkt derzeit noch: 360.000 Euro pro Fahrzeug. Im Vergleich: Für einen Diesellaster muss man etwa 120.000 Euro berappen. "80 Prozent der Mehrkosten werden allerdings vom Staat gefördert", sagt Kathrin Fehler. Und Sascha Schlote ergänzt: "Bei einer Serienproduktion wird der E-Lkw natürlich entsprechend günstiger."