Hoher Besuch im Rathaus
Europameisterin im Fechten: Larissa Eifler will zu Olympia 2024
picture alliance / EPA | ERDEM SAHIN
29.06.2022 / ALSFELD -
Hoher Besuch am Dienstagmorgen im Alsfelder Rathaus: Die frisch gebackene Europameisterin im Fechten, Larissa Eifler, wurde von Bürgermeister Stephan Paule mit der silbernen Medaille für Verdienste im Sport ausgezeichnet. Die gebürtige Alsfelderin hatte sich Ende Mai dieses Jahres in Tallin (Estland) den Titel geholt.
"Deutschlands beste Fechterin ist zu Besuch", freut sich Bürgermeister Paule beim Empfang im Rathaus. Und das aus gutem Grund: Die 23-Jährige kommt gebürtig aus Alsfeld, hatte im heimischen Turnverein bereits in jungen Jahren großen Erfolg. Früh war klar: Larissa ist ein großes Fecht-Talent. Deshalb wechselte sie bereits mit elf Jahren nach Wetzlar, wo sie dreimal in der Woche zum Fecht-Training ging. Den ersten deutschen Meistertitel gewann Eifler bereits mit 14 Jahren.
Zwischen Studium, Training und Wettkämpfen
Großes Pensum, das die 23-Jährige aktuell leistet: Denn neben dem Studium trainiert Larissa fast zweimal täglich. "Immer morgens und abends, zweimal im Monat bin ich an den Wochenenden auf Wettkämpfen." Und das sehr erfolgreich: Ende Mai konnte sich Eifler mit dem bislang größten Titel ihrer Karriere krönen: Bei der U23-Europameisterschaft in Tallin siegte sie gegen die Ungarin Luca Szucs und fochte sich zur Europameisterin.
Der Traum von Olympia
"Das ist eine Welt, da stockt einem schon der Atem und man bekommt ein bisschen Kribbeln", hört Bürgermeister Paule der Europameisterin gebannt zu. Stolz ist er, dass der Turnverein Alsfeld solch ein Talent hervorgebracht hat, welches nun die deutsche Flagge auf der ganzen Welt präsentiert. Doch bei so vielen Wettkämpfen, Reisen und Übernachtungen in fremden Hotelzimmern ist Larissa immer wieder froh, in ihre alte Heimat zu kommen. "Ich vermisse Alsfeld", gibt sie zu. "Ich habe sonst immer nur das Fechten und Studium im Kopf, hier komme ich runter."
WM in drei Wochen in Kairo
Dennoch ist das Fechten auch beim Heimatbesuch am Familientisch ein großes Thema: Denn Larissas Vater, Peter Eifler, hat damals die Liebe der 23-Jährigen zu der Sportart erst entfacht. Als Fecht-Trainer beim Turnverein nahm er sie bereits mit vier Jahren immer wieder mit, "ich wollte sehen, was Papa da so macht", sagt und lacht sie. Fast 20 Jahre später ist der Fechtsport zu Larissas Leben geworden - für das sie schon bald wieder ihre Heimatstadt verlässt. Nächstes Ziel: Die Weltmeisterschaft in Kairo in drei Wochen. "Eine Medaille ist mein Ziel." (Luisa Diegel) +++