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Steinbachs Fußballer im Aufwind

Paliatka: Ich bin kein besserer Trainer. Die Jungs sind keine besseren Spieler

Im Moment läuft's: Steinbachs Trainer Petr Paliatka (rechts)
Foto: Bernd Vogt

11.04.2022 / BURGHAUN - Eine Mannschaft, die in der Vorrunde noch völlig unter Wert spielte, dreht jetzt auf. Gemeint ist der SV Steinbach, der in seinen fünf Spielen der Hessenliga-Abstiegsrunde zehn Punkte holte. Dabei verschüttet geglaubte Offensivqualitäten ans Licht bringt - und urplötzlich über dem Strich steht. Der Klassenerhalt wäre geschafft. Die Kicker aus dem Mühlengrund würden das vermutlich unterschreiben. Und tüchtig feiern.



Wieder einmal zeigten sie am Sonntag auf fremdem Platz, was in ihnen steckt. All ihre eingeheimsten Punkte holten sie auswärts. In vier Spielen. Jüngst schlossen sie einen irren Auftritt mit dem 4:3-Erfolg in Ginsheim ab. "Es ist einfach, wenn die Vorbereitung gut verläuft", sagte Petr Paliatka. Die Worte des Trainers klingen jetzt nicht so, als dass man sie sich merken müsste. Auch die nicht: "Ich bin kein besserer Trainer. Und die Jungs sind keine besseren Spieler." Andererseits: Was das SVS-Team hinlegt im zweiten Teil dieser nicht normalen Saison, ist schon bemerkenswert. 

Steinbach tut wieder das, was es lange nicht tat: Eine Reaktion zeigen

Hatte sich Steinbach noch vor wenigen Tagen nicht für seine beherzte Leistung belohnt, als Paliatkas Team den Favoriten Walldorf eine Stunde lang an die Wand spielte, aber beim 1:3 auf eigenem Platz nichts mitnehmen konnte - trumpfte es keine drei Tage später wieder auf. Auswärts natürlich. Den frühen Rückstand in Griesheim wandelte der Gast in eine 3:1-Führung zur Pause um, zeigte eine Reaktion, spielte erfrischend auf - und der Coach urteilte so: "Wir hätten deutlicher führen müssen zur Pause. Insgesamt hätten wir sieben oder acht Tore schießen können. Jedenfalls hatten wir genug Chancen, um das Spiel früher zu entscheiden."

Auch personelle Umstände ändern an der stabilen Verfassung momentan wenig bis nichts. Sebastian Bott, Jan-Luca Uth und Mirko Madzar fehlten, mit Fabian Göb, Homan Halimi und Dennis Reichmann saßen nur Offensivkräfte auf der Bank - und mit Michael Wiegand, der drei Wochen nicht spielte, und Dumitru Alin Neascu, der zuletzt nicht trainieren konnte, spielten Akteure, die unter normalen Umständen nicht in der Startelf gestanden hätten. "Im Moment läuft's. Auch wenn ein, zwei Spieler fehlen", sagt der Coach nur. (wk) +++

Stadler kann doch treffen, wenn's wichtig wird

Kein Wunder, dass im zweiten Abschnitt die Kräfte schwanden. Ginsheim glich von 1:3 auf 3:3 aus in der Schlussphase. Auch die verlief, wie das gesamte Spiel, turbulent. So manche, die nicht mitgereist waren, dachten sich: Ach, was soll's, jetzt macht Steinbach auch das 4:3-Siegtor. Und so kam es. Steinbach schlug zurück. Max Stadler, der vor einigen Tagen noch dem Gegner den Sieg geschenkt hatte, traf ein zweites Mal. Zum 4:3.

Oh Gott, jetzt muss Steinbach auf eigenem Platz Farbe bekennen. Am Ostermontag. Im Nachholspiel gegen Zeilsheim. Der Mühlengrund, der lange eine Festung war, ist keine mehr. Doch er soll es wieder werden. Die SVS-Kicker wollen den ersten Saisonsieg auf eigenem Platz. Es wird Zeit. (wk) +++

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