Erfolge auf fremdem Platz
Steinbachs Fußballer schnuppern plötzlich am Klassenerhalt
Archivfoto: ON/ Bernd Vogt
29.03.2022 / BURGHAUN -
Dem Vorschlag, künftig nur noch auswärts anzutreten, begegnet Petr Paliatka mit einem Lächeln. Aus drei Spielen der Hessenliga-Playdowns holten die von ihm trainierten Fußballer des SV Steinbach sieben Punkte. Bis auf den ersten der sechs Abstiegsplätze haben sie sich vorgearbeitet. Noch reicht es nicht zum Klassenerhalt, doch seine Kicker schnuppern daran. Die Tendenz zeigt - im Gegensatz zu den beiden anderen personell gebeutelten osthessischen Teams aus Hünfeld und Flieden - nach oben.
"Wir haben all unsere Punkte - bis auf die Unentschieden gegen Hünfeld und Flieden in der Vorrunde - auswärts geholt", bestätigt Paliatka. Der allseits gefürchtete Ruf von Steinbachs Heimstärke ist ein bisschen in den Hintergrund gerückt. Deshalb richtet der Coach auch den Blick nach vorn: "Wir müssen das wieder umbiegen und daheim wieder gewinnen." Am besten schon am Samstag: Dann ist Rot-Weiß Walldorf, der gegenwärtige Zweite der Abstiegsrunde, zu Gast im Mühlengrund (Anstoß ist um 15 Uhr).
"Fitnesszustand ist viel besser geworden"
Die derzeit stabile Verfassung seines Teams sei weniger das Resultat der Systemumstellung zur 3-5-2-Formation, bemerkt der Coach. Jedenfalls nicht in erster Linie. "Wir haben Leute, die fit sind. Die 70, 80 Minuten gehen können. Und ich kann auch mal wechseln", nennt Paliatka den Hauptgrund beim Namen. Anders sei das als in der zähen Vorrunde. "Der Fitnesszustand der Spieler ist viel besser geworden." Auch für ihn als Trainer sei es "das Schöne, wenn du es sehen kannst und es weißt, was die Jungs können". Im Gegensatz zum ersten Teil der Runde, als sie ihr Vermögen selten bis gar nicht abrufen konnten. "Wenn du fit bist, spielst du einen ganz anderen Fußball", fühlt der Fußballer Paliatka.Er wisse und könne es einschätzen, wie sich Hünfeld und Flieden gerade fühlen müssen - einschlägige Erfahrungen wegen personellen "Notzustandes" machte er mit dem SVS in der Vorrunde. Um zu seinem Team zurückzukehren: "Jetzt hast du einen Lauf. In zwei Wochen kann es schon aber ganz anders sein. Wir müssen weiter so trainieren. Und wenn jemand meint, wir wären nach drei Spielen schon auf dem Weg zur sicheren Seite - dann ist das völliger Schwachsinn." Und Paliatka wäre nicht er selbst, wenn er nicht weiter an die Einstellung appellieren würde. "Wenn einer meint, er muss fünf Prozent weniger geben, dann ist er falsch. Man muss immer hundert Prozent und teilweise mehr geben, um in der Hessenliga zu bestehen."
Schöne Momentaufnahme
Obwohl Michael Wiegand seit drei Wochen fehlt, Alin Neascu Hautprobleme hat und Pascal Manß sich nicht mal sicher ist, ob eine Operation an der Schulter ansteht oder nicht - Steinbach ist auf dem richtigen Weg. "Wir ziehen alle an einem Strang derzeit. Aber es ist nur eine schöne Momentaufnahme." Am Samstag geht es gegen Walldorf. "Ein ganz schwerer Brocken", urteilt Paliatka, "aber es gibt keine Mannschaft, die nicht zu schlagen ist. Ich hoffe, dass wir von Verletzten oder erkrankten Spielern verschont bleiben im Laufe der Woche." (wk) +++