"Es tut mir leid"
Rücktritt nach Halbzeitansprache: Dippel nicht mehr Beiratsmitglied der SGB
Archivfoto: ON/Christian P. Stadtfeld
21.03.2022 / FULDA -
Einen Tag nach seiner peinlichen Halbzeitansprache im Heimspiel gegen den FC Eddersheim hat Professor Dr. Wolfgang Dippel nun persönliche Konsequenzen gezogen. Der ehemalige Fuldaer Bürgermeister und Ex-Staatssekretär ist am Sonntagmorgen als Beiratsmitglied bei der SG Barockstadt Fulda-Lehnerz zurückgetreten. Das teilte er den Medien in einer persönlichen Erklärung mit.
Dippel hatte in der Halbzeitpause des Spiels gegen den FC Eddersheim über das Stadionmikrofon die Zuschauer unter anderem dazu aufgefordert "weniger zu fressen und zu saufen", und stattdessen die Mannschaft stärker zu unterstützen. Dafür entschuldigte er sich nun in einer Stellungnahme: "Es tut mir leid - auch deshalb, weil ich nicht wusste, dass die Einnahmen gespendet wurden." Die Einnahmen aus Getränke- und Essensverkauf vom Samstag kommen den Opfern des Kriegs in der Ukraine zugute. Das war Dippel zum Zeitpunkt seiner Ansprache offenbar nicht bewusst.
Kritik an sportlicher Führung
Allerdings scheint der ehemalige Bürgermeister auch mit der sportlichen Entwicklung der SGB und der Arbeit des Vorstands unzufrieden zu sein. "Das oberste Ziel der Fusion zwischen Borussia Fulda und dem TSV Lehnerz war der Aufstieg in die Regionalliga und mehr. Die Äußerungen des Vorstands dazu in den letzten Pressemeldungen hören sich aber anders an. Die Zusage an den Trainer, seinen Vertrag zu verlängern, war viel zu früh. Das Training - so höre ich - ist gut. Aber das wirkt sich nicht auf die Mannschaft aus. Ich sehe keine Emotionen, keinen entschlossenen Willen zum Sieg", so Dippel weiter. Mit seiner Ansprache habe er eine positive Stimmung erzeugen wollen. "Die Wortwahl war aber falsch." (fh)+++
Foto: Hendrik Urbin