Osthessens größte Sporttalente
Luka Radic: Ein Zwölfjähriger auf dem Sprung zu Mainz 05
Fotos: Carina Jirsch
18.03.2022 / FULDA -
In unregelmäßigen Abständen stellt OSTHESSEN/NEWS die größten Sporttalente der Region vor. Heute: der zwölfjährige Luka Radic, derzeit für die U14 der SG Barockstadt Fulda-Lehnerz in der Gruppenliga aktiv. Der Spross von Ljubisha Radic trainierte zur Probe beim Bundesligisten Eintracht Frankfurt. Aber auch bei Mainz 05. Sein Ziel: den Sprung ins Nachwuchsleistungszentrum der Rheinhessen zu schaffen.
Es ist angedacht, dass Luka zunächst einmal pro Monat nach Mainz kommt. Zum Training, aber auch Testspiele sind geplant. Kein Wunder, dass Steffen Willhardt, Trainer der Mainzer im Nachwuchsbereich, sehr zufrieden ist mit der Veranlagung des Talentes. Luka hat das, was gleichaltrige Kicker in dieser Ausprägung nicht haben: Pass-Qualität, gutes Auge, Ruhe, Qualität als Mannschaftsspieler, Schusskraft und - Spielintelligenz. All das hat er möglicherweise vererbt bekommen: von den Radic-Brüdern aus Serbien, die in Osthessen jeder kennt. Zlatko, aktuell Coach des Fuldaer A-Ligisten TV Neuhof, Zeljko, Trainer in Giesel, und eben Ljubisha, den alle nur "Ljubo" nennen und der als 44-Jähriger noch immer in Sickels kickt.
Seit der E-Junioren-Zeit spielt sein Filus bei Älteren mit - und misst sich dort mit Bravour. "Ich fühle mich wohl bei den Älteren. Das ist eine größere Herausforderung für mich als in meiner Altersklasse", lautet die Einschätzung des Zwölfjährigen. Wieder ordnet seine Mutter ein: "Er war gezwungen, sich ein Stück weit anzupassen. Das hat ihn geprägt", sagt seine Mutter, "das ist Lukas Charakter. Er stellt sich eher in den Hintergrund, um seiner Mannschaft zu helfen". Sie weiß, dass ihr Sohn "weiterhin Leistung bringen muss" im Nachwuchsteam der SG Barockstadt.
Die gesamte Radic-Familie fiebert mit einem anderen Bundesligisten: Borussia Dortmund. Versteht sich, dass Luka einst dabei war, als der Lahrbacher Sebastian Kehl, zukünftiger Sportdirektor des BVB, in Fulda gastierte. Autogramm und Erinnerungsfoto brachte er mit. Logisch, dass der Zwölfjährige, der schon früh mit dem Ball schlief und dessen Fußballschuhe neben dem Bett standen, auch die Ohren spitzt, wenn ihm sein Onkel Zlatko Tipps gibt. Luka weiß aber auch, dass er künftig seine Ellbogen einsetzen muss, wenn er im höherklassigen Fußball erfolgreich sein möchte. (wk) +++