Interview mit Fabian Wiegand
Sieg der Moral belebt Steinbachs Hoffnung im Abstiegskampf
Archivfoto: ON/Bernd Vogt
15.03.2022 / BURGHAUN -
Die Fußballer des SV Steinbach sind verheißungsvoll in die Abstiegsrunde der Hessenliga gestartet. Zunächst nahmen sie mit dem 2:2 in Griesheim einen Punkt mit - ehe sie am vergangenen Samstag den frühen 0:2-Rückstand bei Türk Gücü Friedberg noch drehten und in einen 4:2-Sieg verwandelten. Macht vier Punkte aus zwei Partien: Das gibt Auftrieb für die Kicker aus dem Mühlengrund. Nicht nur für das Heimspiel am kommenden Sonntag gegen Zeilsheim - auch dafür, den Klassenerhalt noch schaffen zu können. OSTHESSEN|News sprach mit Steinbachs Defensivkraft Fabian Wiegand (29).
O|N: Herr Wiegand, wie fühlt sich das Erfolgserlebnis für die Moral an - einen Zweitore-Rückstand noch zu drehen und drei Punkte nach Hause mitzunehmen?
Wiegand: Man sieht es ja in der Tabelle, es ist alles drin. In den ersten beiden Spielen haben wir gesehen, dass wir mithalten können. In Griesheim hätten wir schon gewinnen müssen, jetzt hatten wir ein bisschen Glück. Jeder in unserer Mannschaft hat sich hundert Prozent reingehauen. Von der Moral her war das top. Darauf können wir aufbauen.
Wiegand: Natürlich hat es uns geholfen, die Tore zum richtigen Zeitpunkt geschossen zu haben. Der Anschluss zum 1:2 kam bald, nachdem wir mit 0:2 zurücklagen. Und der Ausgleich fiel kurz nach Wiederbeginn - obwohl wir noch vor der Pause durch Leon Wittke eine hundertprozentige Chance zum 2:2 hatten. Das hat uns gezeigt, dass mehr drin ist, als wir das vor dem Spiel vielleicht dachten.
O|N: Was hat dann den Ausschlag für den Sieg gegeben?
Wiegand: Wir haben uns sehr gut im Kollektiv verhalten. Jeder hat für den Anderen gekämpft. Wir haben uns nach jedem gewonnenen Zweikampf gepusht. Deshalb sind wir zurückgekommen. Auch wenn wir das Glück hatten, dass unser Torwart Philipp Bagus extrem gut gehalten hat. Das 3:2 für uns durch Petr Kvaca ist nach einer Ecke gefallen, das abschließende 4:2 aber war gut heraus gespielt. Auch spielerisch geht es aufwärts.
Wiegand: In der Vorrunde hat uns hier und da das Glück gefehlt. Und die Überzeugung. Wir nutzen unsere Chancen besser. Das alles ist ein großer Unterschied. Wir sind zu einhundert Prozent fit und halten das Spieltempo durch.
ON: Die Mannschaft spielt ein neues System. Was sind dessen Vorteile?
Wiegand: Das 3-5-2-System ist sehr laufintensiv. Es ist offensiver. Wir erarbeiten uns viel mehr Chancen. Nicht zuletzt kommt es Leon Wittke, der rechts spielt, und Thore Hütsch, der links zum Einsatz kommt, entgegen. Sie können sich richtig auspowern. Mit allen Freiheiten.
O|N: Wie kam es zur Umstellung auf die neue Formation?
Wiegand: Im vergangenen Sommer haben wir es schon mal probiert, sind dann aber wieder zur Viererkette zurückgekehrt. Nachdem sie in den Testspielen sehr gut funktionierte, sind wir dabei geblieben.
O|N: Kommt auch Ihnen selbst das neue System entgegen?
Wiegand: Durchaus. Ich spiele gern auf der Sechs. In Griesheim habe ich allein auf dieser Position gespielt, mein Bruder Michael und Luca Uth waren da offensiver - jetzt in Friedberg hat Petr Kvaca neben mir auf der Sechs gespielt. Ich habe Eingewöhnung gebraucht auf dieser Position - und ich brauche sie immer noch ein bisschen. Das ist ganz anders als Außenverteidiger, das ich ja zuvor meist gespielt habe. Es ist zwar eine Umgewöhnung auf der Sechs, aber es macht Spaß. Und es ist noch etwas Luft nach oben.
O|N: Am kommenden Sonntag ist Zeilsheim zu Gast im Mühlengrund. Folgen dann die nächsten drei Punkte?
Wiegand: Wir müssen das gute Gefühl mitnehmen. Die gleiche Einstellung, die gleiche Moral. In der Abstiegsrunde kann jeder jeden schlagen. Es würde uns guttun, auch auf eigenem Platz mal wieder zu gewinnen - in der Vorrunde ist uns das ja nicht gelungen. Die Leistungen, die wir auswärts gezeigt haben, müssen wir im Mühlengrund bestätigen. Jeder Punkt ist Gold wert. (wk) +++