Hünfelds Start in die Abstiegsrunde
90 Minuten Vollgas für drei Punkte gegen "Wundertüte" Bad Vilbel
Archivfoto: Jonas Wenzel - yowegraphy
04.03.2022 / HÜNFELD -
Mit dem Heimspiel gegen den FV Bad Vilbel beginnen für die Fußballer des Hünfelder SV am Samstag die Playdowns der Hessenliga - oder treffender gesagt: die Abstiegsrunde startet (15 Uhr, Rhönkampfbahn). Sechs von zwölf Teams steigen ab, deshalb spornt Abteilungsleiter Mario Rohde seine Mannschaft an: "Wir müssen 90 Minuten lang Vollgas geben."
Die Aufstiegsrunde war greifbar, gefühlt hatte sie Hünfeld schon in der Tasche - ehe es doch nicht reichte. Rohde aber relativiert: "Für uns war vor der Saison klar, dass es auch gegen den Abstieg geht", und im gleichen Atemzug betont er: "Wir gucken nicht zurück - sondern nach vorn. Wir wissen, dass wir zwölf Endspiele vor uns haben und es Woche für Woche schwer wird." Für den HSV, bei dem niemand abhebt, ausflippt oder die Situation falsch einschätzt, sei es "eine Riesen-Herausforderung, in der Hessenliga zu spielen".
Einstellung, Kollektiv, unbändiger Wille
Erster Prüfstein auf dem Weg zum Klassenerhalt ist mit Bad Vilbel nach Rohdes Einschätzung eine "sehr unbequeme Mannschaft. Eine Wundertüte". Doch man wolle gar nicht so sehr nach dem Gegner schauen, sich vielmehr an eigenen Stärken orientieren. Auch wenn die Vorbereitung aus verschiedenen Gründen durchwachsen verlief, klingen die Worte des Abteilungsleiters selbstbewusst. "Unser Trainer Johnny Helmke hat es geschafft, die Mannschaft fit zu kriegen." Bestes Beispiel dafür: die knappe Heimniederlage im Achtelfinale des Hessenpokals gegen den Regionalligisten Steinbach-Haiger (0:2), als Hünfeld lange mithielt, auf Augenhöhe war und mit einer starken und geschlossenen Defensivleistung überzeugte.
Max Vogler und David Brähler, der eine starke Vorbereitung absolvierte und nach Rohdes Worten "auf einem richtig guten Weg" war, fehlen wegen Knieverletzungen. Bei Julian Rohde, dem jüngeren Bruder des Abteilungsleiters, ist ein Einsatz offen - wegen einer hartnäckigen Wadenverletzung fehlte Rohde über weite Strecken der Vorrunde, jetzt kämpfte es sich wieder heran, und im letzten Test gegen den Verbandsligisten Weidenhausen mischte er eine Halbzeit mit. Ob Marcel Dücker wieder mitwirken kann, ist ebenso noch fraglich - Dücker zog sich beim Aufwärmen des Pokalspiels gegen Haiger eine Zerrung im Oberschenkel zu. Der Einsatz des etatmäßigen Keepers Benedikt Kaiser, den Probleme in der Schulter plagen, ist überdies noch unklar - alternativ bot Stellvertreter Fabian Brunner gerade gegen den Favoriten Steinbach-Haiger eine herausragende Leistung. Doch personelle Unwägbarkeiten hin oder her - am Samstag strebt der Hünfelder SV zum Auftakt der Abstiegsrunde einen Sieg an. (wk) +++