OSTHESSEN|NEWS war auf der Baustelle

Schlosstheater in neuem Glanz: Sanierung nach zwei Jahren fast beendet

Theaterleiter Christoph Stibor und Stadtbaurat Daniel Schreiner
Fotos: Carina Jirsch

20.02.2022 / FULDA - Eines der schönsten Gebäude in der Fuldaer Innenstadt bekommt derzeit neues Leben eingehaucht: Im Herbst 2020 begannen im Schlosstheater umfangreiche Sanierungsarbeiten, jetzt steht das Großprojekt kurz vor seinem Abschluss.  



Bereits im Mai soll hier wieder alles auf Hochglanz poliert sein. OSTHESSEN|NEWS hat sich am Donnerstag auf der Großbaustelle umgesehen. Bis zu acht Millionen Euro werden insgesamt in die alte Reithalle von Fürstabt Amand von Buseck investiert, viele Kilometer Kabel verlegt und 5.000 Glühlampen per Hand gegen LEDs ausgetauscht. Aber, das ist natürlich bei weitem nicht alles.  

"Seit dem großen Umbau zu einem Theater und der Übergabe dessen im Jahr 1978 hat sich hier baulich nicht viel getan", erklärt Stadtbaurat Daniel Schreiner. Die Corona-Pandemie und damit verbundene Spielzeitausfälle hätten sich als Gelegenheit geboten, um eine notwendige Sanierung endlich in Angriff zu nehmen.  

Bereits der Eingangsbereich, der, wie Schreiner meint, "noch den alten Kinocharme versprühte", wird komplett umgebaut. Wände wurden herausgebrochen, zwei Ticketschalter, die zum Eingangsbereich wie auch nach hinten offen sind, bringen Modernität. "So wird es möglich sein, vorne Karten zu verkaufen und hinten Merchandise-Artikel anzubieten." Digitale Anzeigetafeln, die an verschiedenen Orten angebracht werden, sollen außerdem jederzeit Informationen liefern. "Es wird dafür eine Nachtbeleuchtung geben und man sieht bereits von außen, was in der kommenden Zeit im Theater gespielt wird."  

"Vieles von dem, was hier gemacht wird, sieht man allerdings später gar nicht", weiß Christoph Stibor, der die Leitung des Theaters innehat. Fast die gesamte Elektronik des Theaters wird neu gemacht, auch der Brandschutz spielt bei der Sanierung eine große Rolle. So werden beispielsweise feuerhemmende Vorhänge eingebaut oder in der Belüftungsanlage 60 neue Brandschutzklappen installiert. Apropos Luftzufuhr: Unter jedem einzelnen Theatersitz ist eine Vorrichtung, die per Überdruck einen Luftstrom erzeugt und Frischluft in den Raum transportiert, während die verbrauchte Luft über die Saaldecke abgesaugt wird.  

Ein schöneres Ambiente bei kleineren Darbietungen schafft man im Saal künftig mit einem Vorhang, der den großen Raum unterteilen kann. "So bekommen wir echte Studioatmosphäre." Um ein perfektes Klangerlebnis bei Musikdarbietungen vom Streichquartett bis zum Sinfoniekonzert bieten zu können, werden auf der Bühne neue flexible Akustikelemente verbaut. "Selbst im Foyer haben wir künftig die Möglichkeit, Lesungen oder kleine und gemütliche Konzerte abzuhalten", erklärt Stibor. Besucht werden können diese, dank neuem Treppenlift, auch von Rollstuhlfahrern. 

Optische Veränderungen 

Goldfarbene Elemente, die farblich an die 75.000 Stäbe aus Murano-Glas angepasst sind, sollen im gesamten Eingangsbereich des Theaters wiederzufinden sein, außerdem wird der Gastrobereich angepasst. Flexibilität schafft man im Vorraum der Garderoben: Die Kapazitäten für Mäntel, Schals und Jacken können, je nach Jahreszeit, erweitert oder reduziert werden, ebenso schafft man bei Bedarf Platz durch schnell abbaubare Möbel.  

Ein Highlight für den Theaterleiter ist die neue Drehbühne: "Sie erleichtert uns die Arbeit, außerdem können wir mit ihr ganz andere Bilder zeigen als bisher."  Bei einer Bautiefe von 15 Zentimetern "gleitet" die computergesteuerte Neuerung über Gummirollen, welche selbst in Sachen Lautstärke den Spielbetrieb nie stören sollen.

Bereits im Mai sollen die aufwändigen Sanierungsarbeiten (von rund 6.500 Quadratmetern Theaterfläche sind ca 5.000 betroffen) abgeschlossen sein. Die gute Nachricht für Kulturliebhabende: Die Eintrittspreise bleiben gleich.
(Miriam Rommel) +++

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