Reichsbürger droht lange Haftstrafe
Plante "Burgos von Buchonia" die Ermordung von Polizisten und Ausländern?
Archivbilder: Marion Eckert
11.01.2022 / REGION - Er glaubt, vor 2.500 Jahren geboren worden zu sein: Karl Burghard B., der sich viele Jahre lang nur als "Burgos von Buchonia" ansprechen ließ, steht aktuell vor Gericht. Der "Rhön-Druide" aus Bischofsheim war Anfang 2017 als Kopf einer rechtsextremistischen Vereinigung festgenommen worden, in dieser Woche fand nun der Prozessauftakt in Mannheim statt.
Dem 71-Jährigen, der zur Tatzeit in Brühl und Schwetzingen lebte, wird vorgeworfen, Volksverhetzung betrieben sowie unerlaubt Waffen und Munition besessen zu haben.
Auf seiner Internetseite hatte er 2016 geschrieben "Mein Selbsterhaltungstrieb sagt mir, dass ich die Juden und Moslems vernichten muss, bevor diese meine Sippe oder meine Familie vernichten" Mehrfach rief er zur Ermordung von "Feinden" auf, auch die Polizei sowie der deutsche Staat waren dem Mann ein Dorn im Auge. Gemeinsam mit Gleichgesinnten bewaffnete er sich, hortete illegal Schusswaffen und scharfe Munition.
Vom Druiden zum Aufwiegler
Auf VKontakte lernte er wohl auch seine Anhänger kennen. Frank E. aus dem Rhein-Neckar-Kreis soll für Karl Burghard B. Waffen gebaut haben, Sportschütze Klaus D. aus Bad Kreuznach besorgte Tausende Patronen und Thiemo B. hortete alles auf seinem Anwesen. Ermittler gerieten auf die Spur des Quartetts, Hausdurchsuchungen folgten.
Den Angeklagten, die sich aktuell auf freiem Fuß befinden, drohen nun mehrere Jahre Haft. (lo) +++