Im StraßenDruck-Magazin

Betroffene erzählen über Hintergründe ihrer Wohnungslosigkeit

In der Straßenzeitschrift "StraßenDruchMagazin" verfassten Obdachlose selbst Artikel oder führten Interviews durch.
Symbolbild: Pixabay

13.09.2021 / FULDA - Ulrike Siuda, Mitarbeiterin in der Fachberatung Übergangsmanagement der Wohnungslosenhilfe des Caritasverbandes für die Regionen Fulda und Geisa, wollte einen Einblick in ihre tägliche Arbeit ermöglichen. Die Thematik Obdachlosigkeit sei in der Allgemeinheit nicht präsent, so die Sozialpädagogin und Kriminologin. Aus ihrer Idee entstand ein Kooperationsprojekt mit Professor Dr. Nikolaus Meyer und Studierende des Bachelor-Studiengangs Soziale Arbeit der Hochschule Fulda.



Finanziert wurde die Arbeit im Rahmen des Bundesprogramms "Demokratie leben!" des Bundesministeriums für Familien, Senioren Frauen und Jugend und Partnerschaft für Demokratie Stadt Fulda. Herausgekommen ist dabei die Zeitschrift "StraßenDruck".

Aufklärungsarbeit über Wohnungslosigkeit

Hierbei handele es sich nicht um eine klassische Straßenzeitung, wie sie in Großstädten von Wohnungslosen verkauft werde, so Ulrike Siuda. Durch die Finanzierung aus Bundesmitteln sei sie kostenlos erhältlich. StraßenDruck solle Aufklärungsarbeit über Wohnungslosigkeit leisten, Vorurteile abbauen und Sprachrohr für Armutsbetroffene sein sowie Hilfe zur Selbsthilfe ermöglichen.

Obdachlose verfassten selbst Artikel oder führten Interviews durch. Die Zeitschrift vermittelt Hintergründe, wie es zu Lebenssituationen Wohnungslosigkeit kommen kann. In ihr sind Geschichten zu finden wie "Obdachlos in einer Pandemie" oder die Geschichte von Frauen auf der Straße: "Wenn ich abends und nachts obdachlos bin, möchte ich es wenigstens tagsüber nicht sein". Straßendruck sei ein guter Name für die Zeitschrift, meint Birgit Merz, die selbst betroffen war. Außerdem sei die Grafik, die eine Druckpresse zeigt, zum Titel passend. Aber auch aktuelle Themen wie die anstehende Bundestagswahl haben ihren Platz, denn auch Personen ohne festen Wohnsitz dürfen beispielsweise in der Stadt Fulda wählen, wenn sie sich überwiegend dort aufhalten und einen Nachweis darüber erbringen.

Präsentation am Tag der offenen Tür

Die Präsentation und Ausgabe von StraßenDruck erfolgte am "Tag der Wohnungslosen". Dazu hatte die Caritas-Wohnungsloseneinrichtung Haus Jakobsbrunnen in der Kronhofstraße in Fulda zum Tag der offenen Tür eingeladen. Es gab Hausführungen und Informationen über die Arbeit. Natürlich war auch für reichlich Verpflegung gesorgt, die teilweise gespendet worden war. Unterstützer waren die Vinzenzküche des Mutterhauses, Café Ideal und Café Glück sowie die Bäckerei Happ und die Metzgerei Schneider.

Die Gäste wurden bei der Ankunft registriert, mussten nachweisen, ob sie geimpft, genesen oder negativ getestet waren, die Hände desinfizieren und bei Bewegung im Gelände Mund-Nasen-Schutz tragen. Begrüßt hatte Bereichsleiter Wohnungslosenhilfe Torsten Hammer, unter ihnen Interviewer Jürgen Winter, Christine Frauendorf, Redaktionsteam Hochschule Fulda, Fuldas Bürgermeister Dag Wehner (CDU), Caritas-Vorstandsvorsitzender Pfarrer Dr. Dagobert Vonderau, Caritas-Geschäftsführerin Susanne Saradj sowie deren Stellvertreter Werner Althaus und Innenstadtpfarrer Stefan Buß. Die Anzahl der Gäste zeige, dass das Interesse an der Arbeit mit Wohnsitzlosen steige, so der Bereichsleiter. (pm) +++

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