Verhärtete Fronten?

Zweites Einigungsgespräch: Gibt es endlich eine Lösung für die Milseburghütte?

Noch immer gibt es keine Einigung über die Zukunft der Milseburghütte.
Archivfotos: O|N

11.06.2021 / HOFBIEBER - Im Streit um den Neubau der Milseburghütte gibt es nach wie vor keine Einigung. Vor wenigen Tagen fand die zweite Mediation statt – ohne Erfolg. Die Rhön-Gemeinde Hofbieber (Kreis Fulda) hatte zwar eine Genehmigung für einen Abriss und den Neubau der Hütte vom Regierungspräsidium Kassel erhalten, die Umsetzung des Vorhabens vereitelte jedoch die Hessische Gesellschaft für Ornithologie und Naturschutz (HGON) mit einer Klage.



Wie es weitergeht, ist ungewiss. Der Bürgermeister von Hofbieber, Markus Röder (parteilos), hat sich auf telefonische OSTHESSEN|NEWS-Anfrage im Rathaus nicht zurückgemeldet.

Die HGON hatte der Gemeinde Hofbieber als Eigentümerin der Liegenschaft sowie dem Landkreis Fulda als Unterstützer des Bauvorhabens vorgeworfen, mit dem Ersatzbau der maroden Hütte einen Kapazitätsausbau anstreben und mehr Gäste auf die Milseburg anlocken zu wollen. Dem widersprach Landrat Bernd Woide (CDU) bereits im vergangenen Dezember ausdrücklich. Die Vorwürfe entbehrten jeglicher Grundlage, was der HGON auch bewusst sei, erklärte er.

Die Gemeinde Hofbieber meldete sich ebenfalls im Winter zu Wort und führte aus, dass die Milseburg seit jeher Menschen angelockt hätte. Die Anzahl würde nicht steigen, nur weil eine marode Hütte ersetzt werde. Dennoch sei es unerlässlich, geltende Standards in Hinblick auf Hygiene und Brandschutz zu erfüllen, wenn man weiterhin eine Bewirtung auf dem Berg gewährleisten wolle.

Hütte seit 2019 geschlossen!


Bereits im August 2018 hat der Landkreis in einem Schreiben an die HGON unmissverständlich versichert, "dass der Landkreis Fulda keine Maßnahmen plant oder künftig in Erwägung zieht, die die Milseburg infrastrukturell über das bisherige Maß hinaus für Besucher zugänglich machen". Dazu gehört insbesondere die Erweiterung des Parkplatzes am Fuß der Milseburg, der Ausbau der Wegeverbindung zur Milseburg oder deren Widmung für den Kraftfahrzeugverkehr, die Beleuchtung der Wegeverbindung und der Bau eines Parkplatzes vor der Milseburghütte. "All das wollen wir nicht, und das haben wir der HGON schriftlich gegeben. Warum diese Zusage nicht gefruchtet hat und die HGON noch immer behauptet, wir wollten mehr Besucher locken, ist für mich nicht nachvollziehbar", sagte Bernd Woide damals.

Um eine Verhandlung vor dem Verwaltungsgericht abzuwenden hatte man sich auf den Weg der Schlichtung geeinigt. Seit September 2019 ist die Milseburghütte geschlossen, ob und wann neu gebaut werden kann, ist nach wie vor ungewiss. (mr) +++

Markus Röder, der Bürgermeister von Hofbieber.

Die Hütte ist beliebtes Ausflugsziel und bei der heimischen Bevölkerung sehr beliebt.

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