✕

2022 will er Europameister werden

Vom Bürgermeister zum Nationalspieler: Andre Stendas besonderes Hobby

Die Nationalmannschaft der Bürgermeister: Andre Stenda (Nr. 22) ist seit 2017 Teil des Teams.
Foto: Privat

19.05.2021 / HOHENRODA - Einmal Fußball-Nationalspieler sein, einmal mit dem Adler auf der Brust auflaufen. Dieser Traum geht nur für die Allerwenigsten in Erfüllung. Für Andre Stenda, Bürgermeister in Hohenroda (Kreis Hersfeld-Rotenburg), ist dieser Traum inzwischen Normalität. Er gehört seit 2017 zum festen Kader der Deutschen Nationalmannschaft der Bürgermeister und spielt regelmäßig in ganz Europa. Hinter dem Projekt steckt jedoch viel mehr als nur der Spaß am Fußball.



Während Bundestrainer Joachim Löw am Mittwoch seinen Kader für die anstehende Europameisterschaft bekannt gibt und zahlreiche Profis auf ein EM-Ticket hoffen, hat Andre Stenda seines bereits in der Tasche. Mit seinen Kollegen aus der Nationalmannschaft der Bürgermeister reist Stenda 2022 zur EM in die Slowakei. "Das wird das nächste große Highlight", erzählt Hohenrodas Bürgermeister.

Vorspielen in Berlin 

Seit 2017 ist er nun dabei und anders als die Schützlinge von Joachim Löw wurde er auch nicht klassisch für den Kader nominiert. "Ich habe über einen Bekannten den Kontakt zu Team-Manager Detlef Wellbrock bekommen und mich, wie in der Arbeitswelt auch, beworben. In Berlin musste ich dann auch einmal vorspielen", sagt Stenda. Denn die 25-Mann-starke Mannschaft ist weit mehr als eine reine Feierabendtruppe. "Man sollte schon vernünftig kicken können, schließlich repräsentieren wir ja unser Land", lacht er.

Und das nicht nur auf dem Platz. "Wir sind auch Repräsentanten, was das Politische angeht. Der Fußball kann eine Art politischer Icebreaker sein, denn egal wie die persönliche oder politische Einstellung ist, der Fußball verbindet", sagt Stenda. So hat sich die Mannschaft beispielsweise bei der WM 2018 mit russischen Kommunalpolitikern ausgetauscht. Außerdem unterstützt sie in den jeweiligen Ländern auch politische, gesellschaftliche oder soziale Projekte.

Bürgermeisterinnen gesucht 

Dafür opfern die Bürgermeister im Übrigen ihre Freizeit. Denn auch wenn sie repräsentative Aufgaben übernehmen, gehören sie keiner offiziellen Delegation an. Stenda und seine Kollegen verbinden die Turniere dann meist mit ihrem Familienurlaub. Für Stenda ist dies allerdings kein Problem. Denn noch heute erinnert er sich gerne daran, wie er das erste Mal mit dem Adler auf der Brust auflaufen durfte. "Da ist ein Kindheitstraum in Erfüllung gegangen. Das war schon etwas ganz Besonderes", erzählt der 34-Jährige, der auf Turnieren meist von seiner Frau begleitet wird.

Apropos Frau: Noch fehlt im Team der Bürgermeister eine Bürgermeisterin. Beim DFNB ist man aber auf der Suche. Gemischte Teams sind dort nämlich durchaus möglich. "Ich denke, die Zeit ist reif. Gerade in Ländern, in denen die Frauenrechte noch nicht so weit sind, wäre das ein starkes Zeichen", sagt Stenda. Vielleicht ist es ja schon nächstes Jahr so weit und Männer und Frauen werden gemeinsam Europameister. (fh) +++

X