Tausende Tote auf WM-Baustellen
Hessischer Gewerkschafter fordert DFB zum WM-Boykott auf
Symbolbild: Pixabay
29.04.2021 / FRANKFURT AM MAIN - Anlässlich des "Workers memorial day" fordert Michael Rudolph, Vorsitzender des DGB Hessen-Thüringen den in Frankfurt am Main ansässigen Deutschen Fußball Bund (DFB) dazu auf, die FIFA-Fußball-Weltmeisterschaft der Männer 2022 in Katar zu boykottieren.
"Mehr als 7.000 auf den Baustellen verstorbene Bauarbeiter:innen zeugen von der menschlichen Katastrophe, die sich im Zusammenhang mit diesem sportlichen Großereignis in den vergangenen Jahren abgespielt hat. Die Vergabe der WM an das Emirat war von Anfang an ein Fehler. Für einen generellen Abpfiff vor dem ersten Anpfiff ist es leider zu spät. Allerdings ist es höchste Zeit Konsequenzen zu ziehen. Der DFB muss der FIFA die rote Karte zeigen und seine Teilnahme an dem Turnier absagen", sagte der in Bad Hersfeld geborene Rudolph.
Desolate Zustände auf WM-Baustellen
"Die rote Linie ist längst überschritten"
Problematisch ist zudem die allgemeine Menschenrechtslage im Land. Rudolph, selbst glühender Fußballfan: "Frauen sind im Emirat entrechtet, Homosexualität wird mit Gefängnis bestraft, Jüdinnen und Juden die Einreise verwehrt. An diesen Zuständen hat sich trotz angeblicher Bemühungen der FIFA in all den Jahren nichts geändert. An diesem dreckigen Geschäft haben deutsche und auch hessische Architekturbüros und Baufirmen kräftig mitverdient. Daher ist die rote Linie damit längst überschritten. Es braucht ein kräftiges Zeichen internationaler Solidarität. Der DFB muss seine nach außen vertretenen Werte wie Respekt, Fair-Play und Toleranz aktiv leben. Daher schließen wir uns den Protesten internationaler Organisationen von Fußballfans und Menschenrechtsgruppen an: Die Antwort auf diese Schandtaten kann nur Boykott lauten!" (pm)+++
Archivfoto: ON