Corona vs. Influenza

Warum es im gesamten Landkreis keinen einzigen Grippefall gibt

Krank? Dann besser zügig zum Arzt
Symbolbilder: Pixabay

23.02.2021 / FULDA - Die gute Nachricht vorweg: In den Kalenderwochen eins bis sechs gab es im Landkreis Fulda keinen einzigen gemeldeten Grippefall. Das bestätigte der Landkreis auf Nachfrage von OSTHESSEN|NEWS. Um den Zweiflern jedoch gleich den Wind aus den Segeln zu nehmen: Nein, das ist weder mysteriös, noch wird die Influenza nun einfach Corona genannt.

Dafür, dass sich die Grippe in dieser Saison nicht derart ausbreitet, wie in den Jahren zuvor, gibt es einfache Erklärungen. Erstens: Mehr Menschen haben sich im Herbst/Winter 2020 gegen Influenza impfen lassen. Zweitens:  Die Corona-Maßnahmen schützen vor der echten Grippe ziemlich effektiv.

Influenza-Viren verbreiten sich ähnlich wie Sars-CoV-2: Über Sprechen, Husten, Niesen oder Singen werden winzig-kleine Tröpfchen aus Mund und Nase eines Infizierten geschleudert. So können die fiesen Eindringlinge leicht auf die Schleimhäute des Gegenübers gelangen - der, im schlimmsten Fall, dann selbst erkrankt.

Corona-Maßnahmen helfen gegen Grippe

Kein Fasching, keine Feiern: Weil seit Wochen sämtliche Massenveranstaltungen nicht stattfinden, Abstand eingehalten und Mund- und Nasen-Bedeckungen getragen werden müssen, hat es das Grippevirus noch schwerer, einen neuen Wirt zu finden.

Gründe

Nach Expertenmeinung verbreiten sich die neuartigen Sars-Cov-2-Viren über Aerosole ziemlich effektiv. Außerdem besteht, anders als bei der Grippe, keine Grundimmunität der Bevölkerung. Weil die Influenza bereits seit mehreren Jahrzenten weltweit verbreitet ist, kann sich das Immunsystem vieler Menschen an vorangegangene Infektionen mit dem Erreger "erinnern" und mit entsprechenden Antikörpern reagieren. Die Folge: Obwohl man vielleicht mit einem Infizierten in Kontakt war, muss man nicht zwangsläufig selbst erkranken.

Ein weiterer großer Unterschied bei der Übertragung von Influenza und Corona: Während der an Grippe Erkrankte ziemlich schnell merkt, dass er infiziert ist, bleiben bei einer Sars-CoV-2-Infektion einige Fälle unbemerkt. Ein Infizierter entwickelt nicht zwangsläufig Symptome, außerdem beträgt die Inkubationszeit wesentlich länger als bei der Grippe. Heißt: Der mit dem Corona-Infizierte kann, vor Ausbruch der Krankheit, wesentlich mehr Menschen anstecken als derjenige, der die Grippe hat.

Krankheitsverlauf

Während Grippe-Viren meist "nur" die Lungen schädigen, kann bei Sars-CoV-2 fast jedes Organ des Körpers erkranken. Dementsprechend höher fallen bei letzterem die Komplikationen und die Sterberate höher aus. Das Virus zerstört die Zellschicht an der Innenfläche der Blut- und Lymphgefäße, was zu Erkrankungen des gesamten Organismus` führen kann. Laut Ärzteblatt ist das Sterberisiko bei Corona fast fünffach höher als bei der saisonalen Influenza. Patienten müssten viermal häufiger künstlich beatmet werden und werden im Schnitt zweieinhalb Mal häufiger auf einer Intensivstation behandelt. (mr) +++