"Lang lebe die Königin"

Sinnfreie Wahlplakate: Wähler wollen konkrete Pläne, keine leeren Worthülsen!

Ob`s hilft?
Fotos: Miriam Rommel

19.02.2021 / REGION - Lächelnde Konterfeis und unzählige Sinnlosbotschaften: Aktuell zieren Wahlplakate sämtliche Straßen. Doch was Wähler eigentlich dazu animieren sollte, ihre Stimmen für eine bestimmte Partei abzugeben, schreckt manchmal sogar eher ab.



"Lang lebe die Königin" (die Grünen) oder "Mehr Fulda. Für alle" (SPD) sind Plakat-Botschaften, die im Landkreis Fulda derzeit für einen Auftrieb der Parteien sorgen sollen. Doch, was sollen diese Floskeln eigentlich aussagen? Sind die Parteien nicht mehr in der Lage, Inhalte zu vermitteln?

Um das Wahlprogramm geht es beim Stimmenfang - zumindest in unserer Region - in diesem Jahr scheinbar wenig. Betrachtet man die angebrachten Werbemittel, fällt schnell ins Auge, dass viele davon komplett sinnfrei – oder- wenig durchdacht sind. Da wird für das Landleben und gegen den Großstadt-Dschungel beispielsweise im 272 Einwohner zählenden Ehrenberg-Thaiden geworben oder mit dem Portrait eines Schafes, welches den Betrachter direkt unter dem Schriftzug "SPD wählen" anglotzt. Beide Plakate bedürfen eigentlich keiner weiteren Worte.

In Gersfeld verspricht die BFG, die Stadt "Enkeltauglich" zu machen und in Hilders "wirbt" die CDU mit "Wir Alle. Für Hilders." Macht ähnlich viel Sinn wie "Mehr Fulda. Für alle." Ob man sich die gleiche Werbeagentur teilte?

Nach dem Motto: Wir hätten dann gerne mal…

Es gibt Forderungen wie etwa der Linken: "Macht was für Schwimmbäder und Schulen" welche die Frage aufwerfen, warum der Bürger bei dieser Partei das Kreuzchen setzen sollte, wenn die Roten offenbar doch damit andere Parteien bitten, die Ziele des demokratisch-sozialistischen Verbandes zu verfolgen. Andererseits möchte "Volt" selbst handeln und ruft dazu mit den Worten: "Hey, lass uns gestalten!" auf. Was allerdings genau sie ausformen möchten, bleibt Geheimnis der kleinen Partei.

Auch "Bock auf modernes Fulda" der SPD lässt den Betrachter ratlos zurück. Fraktionsvorsitzender Michael Busold hält lächelnd, gemeinsam mit seiner Stellvertreterin Birgit Kömpel, einen roten SPD-Würfel in die Kamera. Ja, und nun? Nicht einmal das Bild wirkt besonders "hip".

Wähler wollen konkrete Pläne, keine leeren Worthülsen!

Zum Thema Wahlplakate gibt es allerlei Studien und Untersuchungen. So wird demnach die Partei die meisten Stimmen fangen können, die auf Originalität, aber auch auf klar strukturierte Bilder sowie auf Inhalte setzen. Laut Umfragen wünschen sich die meisten Wähler konkrete Vorhaben. Etwa in der Richtung: 200 neue Sozialbauwohnungen in … oder Stärkung der heimischen Wirtschaft durch…

Ob die Fuldaer Parteien jetzt noch nachlegen werden, ist unwahrscheinlich. So oder so: Die Zeit für politisches Werben läuft bald ab, in rund drei Wochen sind bereits die Kommunalwahlen. (mr) +++

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