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Führen Kopfbälle zu Spätfolgen?

DFB-Empfehlungen sollen Jugendspieler schützen

Was für die U19 wieder eher unproblematisch ist, soll im Kindesalter eingedämmt werden: Kopfbälle.
Archivfoto: Jonas Wenzel (Yowe)

04.02.2021 / REGION - Eine Flanke in den Strafraum, der Stürmer springt höher als sein Gegenspieler und köpft den Ball wuchtig zur Führung ins Tor. An jedem Spieltag ein gängiges Bild, doch Ärzte schlagen Alarm, dass Kopfbälle im Kindesalter gefährliche Spätfolgen haben könnten. Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) empfiehlt nun, eine Reihe von Anpassungen vorzunehmen.

Die Empfehlungen kamen von der UEFA, denen sich der DFB anschließen möchte. Neben Anpassungen von Ballgröße und -gewicht an das Alter der Kinder und einem verringerten Luftdruck sollen Trainer künftig vermehrt Übungen für die Nackenmuskulatur in ihr Training einbauen, um so die Krafteinwirkung des Balles zu verringern. Ebenso soll die Häufigkeit des Kopfballtrainings verringert werden. Im Spiel könnten Regeländerungen wie weniger Spieler, ein kleineres Spielfeld oder niedrigere Tore helfen.

In Großbritannien ist man in dieser Hinsicht gar einen Schritt weiter gegangen. Seit letztem Jahr gibt es in England, Schottland und Nordirland ein Kopfballverbot für Kinder unter zwölf Jahren, laut Studien sollen Kopfbälle negative Auswirkungen auf die Gehirnentwicklung haben. Erkrankungen wie Alzheimer und Demenz seien die Folge. Ein grundsätzliches Verbot sei aus Sicht der UEFA jedoch nicht zielführend.

Was sagen osthessische Jugendtrainer dazu?

Zwar fällt Stanislav Szilagyi, Trainer der U19 des JFV Viktoria Fulda, mit seinen Jugendspielern nicht in das Altersraster, die Teilnehmer seines Fußballcamps dagegen schon eher. Ohnehin hat Szilagyi sein Training mehr auf die technische Arbeit mit dem Ball am Fuß ausgerichtet als auf Timing und Präzision beim Kopfball. "Aber verbieten kann man es den Kindern auch nicht, wenn sie zum Kopfball hochsteigen", so Szilagyi.

Auch Andre Honstein, D-Jugendtrainer des JFV Aulatal-Kirchheim, sieht Kopfbälle im Jugendfußball dieses Alters als eine Seltenheit an: "Das Kopfballspiel ist im Jugendfußball nicht entscheidend. Es wird eher versucht, mit dem Fuß oder der Brust hinzugehen. Selber habe ich auch noch nicht groß ein Kopfballtor bei uns gesehen." So habe das Kopfballtraining eine sehr untergeordnete Rolle.

Letztlich sind es vom DFB Empfehlungen, um mögliche Spätfolgen bei Fußballern einzudämmen. Angehalten sind die Jugendtrainer nicht, ihr Training entsprechend umzustellen. Dafür müssen vorher allerdings auch erst wieder Trainingseinheiten stattfinden dürfen. (tw) +++

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