"Jemand mit Regierungserfahrung"

MP Volker Bouffier macht sich bei Delegierten für Laschet und Spahn stark

Volker Bouffier wirbt für Armin Laschet als CDU-Parteivorsitzenden
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13.01.2021 / WIESBADEN - Für Überraschung hat die Nachricht gesorgt, dass sich der hessische Ministerpräsident Bouffier kurz vor dem CDU-Bundesparteitag eindeutig für Armin Laschet als neuen Parteichef und Jens Spahn als seinen Stellvertreter positioniert hat. Nach Informationen von hessenschau.de soll Bouffier für das Gespann Laschet/Spahn am Dienstag bei einer digitalen Konferenz hessischer Delegierter geworben haben. Ein Sprecher der hessischen CDU habe das auch bestätigt.

Auch Friedrich Merz und der Außenpolitiker Norbert Röttgen haben sich um die Nachfolge von Parteichefin Annegret Kramp-Karrenbauer beworben. Am kommenden Freitag und Samstag soll der Bundesparteitag digital mit anschließender Briefwahl stattfinden.

Bouffier, dessen Urteil als CDU-Landesvorsitzender und dienstältester Ministerpräsident in dieser Frage Gewicht hat, empfahl den Delegierten Laschet als besten Kandidat in der derzeitigen Lage. Nach der Ära von Kanzlerin Angela Merkel werde die Union vor einer neuen Zeit stehen. Armin Laschet habe sich in der Pandemie als kompetent erwiesen, sei firm in Wirtschaftsfragen und habe in Nordrhein-Westfalen gezeigt, dass er eine Partei zusammenführen und gute Regierungsarbeit in einer Koalition leisten könne.

Es wird ein knappes Rennen!


Bouffier habe an die Delegierten appelliert, in jedem Fall geschlossen zu bleiben und sich hinter den künftigen Parteichef  zu stellen und ihn zu unterstützen. Die Delegierten hätten die Wahl zwischen drei geeigneten Kandidaten, sagte Bouffier. Bisher gilt Friedrich Merz als Vertreter des konservativen Flügels als Favorit beim hessischen Landesverband. Merz wird auch vom ehemaligen Ministerpräsidenten Roland Koch und der langjährigen Frankfurter Oberbürgermeisterin Petra Roth als neuer Parteichef favorisiert.

Es wird ein knappes Rennen: laut einer Umfrage von Infratest-Dimap im Auftrag der ARD hat Armin Laschet inzwischen aufgeholt und liegt mit Norbert Röttgen mit 25 Prozent gleichauf. Friedrich Merz kam bei der Umfrage auf 29 Prozent. Auch Kanzleramtschef Helge Braun hatte sich bereits gegen Merz als neuen CDU-Chef ausgesprochen, ohne explizit  dessen Namen zu nennen. Er habe eine klare Präferenz dafür, "dass wir jemand mit Regierungserfahrung brauchen", hatte Braun gesagt. Einzig Friedrich Merz, der von 2000 bis 2002 Vorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion war, verfügt nicht über Regierungserfahrung. (ci) +++