Drohende Vogelkeulung wegen H5N8-Verdacht

Tierhalter Susanne und Sven Amend: "Sind überwältigt von der Hilfsbereitschaft"

In der Voliere befanden sich Pfauen - diese erkrankten an der Geflügelpest.
Archivfoto: O|N/Maria Franco

12.01.2021 / FREIENSTEINAU - Eine neue Woche nimmt ihren Lauf - und noch immer herrscht für das Ehepaar Amend aus Freiensteinau (Vogelsbergkreis) große Ungewissheit. Wie O|N bereits berichtete, verendeten 16 Pfauen auf ihrem Areal. Die Behörden stellten Geflügelpesterreger des Virus-Subtypes H5N8 fest. Letzten Donnerstag sollte bereits auf Verdacht die Keulung aller weiteren Vögel des Bestandes vollzogen werden. Dieser Schritt konnte zunächst verhindert werden. "Trotzdem ist die Lage weiterhin kritisch - man dreht sich die ganze Zeit im Kreis", berichtet Susanne Amend am Telefon. 

Rechtlicher Beistand 

Die Amends haben inzwischen einen Anwalt eingeschaltet. "Wir haben auch eine Verfügung vom Veterinäramt erhalten mit Bedingungen, wie wir die Vögel unter Quarantäne halten sollen", so die 44-Jährige. Die Tiere müssten nach Arten getrennt werden. Zudem dürfe kein Kontakt zu Wildtieren entstehen. Strenge Hygienevorschriften gelten vor Ort. Durch die tatkräftige Unterstützung von Freunden und Verwandten konnten die Maßnahmen bereits am vergangenen Samstag abgeschlossen werden. "Bis Mittwoch soll nun keine Keulung erfolgen. Wie es danach weitergeht, ist noch ungewiss. Das hängt vom Urteil des Gerichts ab."

Welle der Hilfsbereitschaft - Petition ins Leben gerufen

Die Tierhalter sind überwältigt von der enormen Hilfsbereitschaft und dem Mitgefühl vieler Menschen. "Von allen Seiten prasselt es auf uns ein - ich bin nur am Telefonieren und schreibe E-Mails." Auch auf den sozialen Medien macht sich Unverständnis breit. Intensiv wird nach Lösungsmöglichkeiten gesucht. Simone Metze schreibt auf Facebook: "Das ist so traurig. Ich kenn euch jetzt schon lange und weiß, dass ihr schon ewig diese Vögel liebt. Und grade auch die Eulen. Eigentlich alle geschützten Arten. Da muss es doch Möglichkeiten geben Quarantäne umsetzen und zu testen, ob das wirklich nötig ist." Und auch Tanja Herber-Dietz kommentiert: "Ich verstehe das Vorgehen der Behörde nicht. Man sollte, der wertvollen Tiere wegen, wenigstens stichprobenartig durchtesten."

In der Gemeinde Freiensteinau haben die Bewohner eine Unterschriftenaktion in die Wege geleitet. "Wir wissen gar nicht, was noch alles im Hintergrund läuft. Es ist unglaublich, wie viel Einsatz gezeigt wird." Zudem werden Geldspenden gesammelt. "Allein schon diese Zeit durchzustehen ist sehr kostspielig durch die Umsetzung der Quarantänemaßnahmen, dem Einsatz von Desinfektionsmitteln und Schutzanzügen." 

Weitere Unterstützung

Die Situation sei sehr nervenaufreibend und anstrengend. Nun heißt es für die Amends: Warten, was das Gericht entscheidet. Susanne Amend hat auf change.org eine Petition ins Leben gerufen, um unter anderem ihre Seriemas, Eulen oder Nilgänse zu retten. Unter folgendem Link kann eine Unterschrift gesetzt werden: http://chng.it/w7F6fDX8 (Maria Franco) +++