Das war Tag 17 im "Danni"

Während Camp-Räumung: Polizeikräfte lebensbedrohlich attackiert

Mehrere Personen wurden am Donnerstag im Dannenröder Forst in Gewahrsam genommen
Fotos: Christian P. Stadtfeld

27.11.2020 / HOMBERG (OHM) - Die Rodungs- und Forstarbeiten wurden am Donnerstag im Dannenröder Forst fortgesetzt und durch die Einsatzkräfte der Polizei begleitet. Das Polizeipräsidium Mittelhessen veröffentlichte jetzt die Tagesbilanz zum 17. Einsatztag der Polizei im Vogelsbergkreis:



"Am frühen Mittwochabend stürzte ein Ausbaugegner nach derzeitigem Kenntnisstand ohne Fremdeinwirkung von einer ca. fünf Meter hohen Plattform zu Boden, verletzte sich dabei schwer und kam in ein Krankenhaus. Im Rahmen der ersten Ermittlungen nahmen die Einsatzkräfte mit dem Verletzen Kontakt auf und dieser gab an, ohne Fremdeinwirkung den Halt verloren zu haben.

Auf der Grundlage eines richterlichen Beschlusses haben die Einsatzkräfte am Donnerstagmorgen ein landwirtschaftliches Anwesen durchsucht. Weitere Auskünfte hierzu erteilt die Staatsanwaltschaft Gießen.

"Suicide-Box"

Darüber hinaus wurde ein Camp im Norden zum Teil geräumt. Die Einsatzkräfte waren allerdings zwei direkten, lebensbedrohlichen Angriffen ausgesetzt. Die spezialisierten Einsatzkräfte konnten diese erfolgreich abwehren bzw. beenden. Bei dem Camp handelt es sich um eines der bislang größten vorgefundenen Strukturen mit einem guten Dutzend Gebilde. Diese wurden massiv und sehr komplex erstellt. Eine Struktur, welche seitens der Ausbaugegner als "Suicide-Box" bezeichnet wurde, war lediglich mit dünnen Seilen befestigt. Eine Person, welche sich in der Box befand, konnte mit großer Sorgfalt durch speziell ausgebildete Einsatzkräfte unverletzt zu Boden gebracht werden. Aufgrund der Komplexität der einzelnen Strukturen gingen die Einsatzkräfte heute sehr sorgfältig vor.

Eine Person, die sich in einem Gebilde in ca. sechs Meter Höhe in einem Betonwürfel befestigt hatte, konnte wiederum durch speziell ausgebildete Einsatzkräfte mit samt dem Betonwürfel unverletzt zu Boden gebracht werden. Nach umfangreichen Arbeiten dort wurde die Person abschließend durch die Einsatzkräfte aus diesem sogenannten Lock-on befreit.

Ebenfalls in dem dortigen Camp-Bereich hielt sich in ca. zehn Meter Höhe eine Person auf einer Seiltraverse auf. Als die Einsatzkräfte sich dieser in der Höhe näherten, reagierte diese mit mehreren Tritten gegen den Kopf eines Beamten. Gegen diese Person wurde ein Strafverfahren wegen gefährlicher Körperverletzung und Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte eingeleitet.

Einsatzkräfte holten am Nachmittag eine weitere Person von einer Plattform. Hierbei waren die Einsatzkräfte lebensgefährlichen Angriffen ausgesetzt. Die Person schleuderte ein spitzes Metallteil (ähnlich einem Enterhaken, siehe Foto) an einem Seil, um die Spezialkräfte auf Distanz zu halten. Nach mehrfacher Aufforderung und Androhung des Gebrauchs einer Distanz-Impulswaffe, stellte die Person ihr Handeln ein und konnte widerstandslos und unverletzt festgenommen werden.

Verkehr

Die B 62 war heute aufgrund der Einsatzlage für den Straßenverkehr voll gesperrt. Für den morgigen Freitag ist vorgesehen, die Bundesstraße wieder einspurig für den Verkehr freizugeben. Dennoch kann es temporär zu kurzzeitigen Sperrungen in dem dortigen Bereich kommen.

Bilanz: Es wurden heute 29 Personen in Gewahrsam genommen. Weiterhin wurden sieben Ermittlungs- und 29 Ordnungswidrigkeitenverfahren eingeleitet und 35 sogenannte Platzverweise ausgesprochen." (pm) +++

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