50 Jahre Frauenfußball
Fußball ist nichts für Frauen? "Solche Vorurteile gehen an mir vorbei"
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26.11.2020 / EITERFELD -
"Früher nicht erlaubt, heute verboten gut", so feiert der Deutsche Fußball-Bund (DFB) den Frauenfußball in Deutschland. Vor 50 Jahren hob der DFB das Verbot für Frauenfußball auf. Seitdem hat sich viel getan, der Frauenfußball ist in der Mitte der Gesellschaft angekommen, doch Vorurteile gibt es auch heute noch.
"Decken, decken, nicht Tischdecken, Mann decken." Sexistische Machosprüche wie vom damaligen Sportstudio-Moderator Wim Thoelke waren Anfang der 70er-Jahre Alltag, wenn es um die Berichterstattung über Frauenfußball ging. Solch chauvinistischer Männerhumor war damals nicht nur an Stammtischen, sondern auch im öffentlich-rechtlichen Fernsehen salonfähig.
Veronika Hahn ist 23 Jahre alt. Die Verbandsligaspielerin des SC Soisdorf kennt solche Entgleisungen nur aus Erzählungen oder aus alten Fernsehbeiträgen, die jetzt, anlässlich des 50. Geburtstag des Frauenfußballs, wieder verstärkt hervorgekramt werden. Heute sieht die Welt zum Glück anders aus, die Akzeptanz des Frauenfußballs ist enorm gewachsen. Das ein oder andere Vorurteil bekommen die Spielerinnen aber auch heute noch zu hören.
Vorurteile kommen meist von älteren Männern
"Diese ganz heftigen Sprüche gibt es nicht mehr, aber man bekommt schon öfter zu hören, Fußball sei ein Männersport und Frauen und Fußball würde nicht zusammenpassen", sagt Hahn. Absender solcher Sprüche seien meist: ältere Männer. Hahn und ihre Kolleginnen lässt sowas aber kalt: "Das geht an mir vorbei, manchmal sage ich, dass ich Verbandsliga spiele und frage dann, welche Liga sie gespielt hätten. Dann sind viele schon ruhig."WM 2027 soll in Deutschland stattfinden
Der DFB will sich nun zusammen mit den Niederlanden und Belgien um die Austragung der Frauen-WM 2027 bewerben. Es wäre nach 2011 das zweite Mal, dass die Weltmeisterschaft in Deutschland Halt machen würde. "Ich würde mir wünschen, dass das noch einmal einen Schub für den Frauenfußball bedeuten würde, ähnlich wie 2011. Nur nachhaltiger", sagt Hahn. Damit auch noch die letzten Vorurteile irgendwann verschwinden. (Felix Hagemann) +++