Eine kleine Sensation

Erste erfolgreiche Kranichbrut in der Rhön

Das Bild entstand an einer eigens vom Naturschutz eingerichteten Fütterung mit Verstecken.
Archivfoto: Lothar Herzig

01.11.2020 / RHÖN - Viele Kraniche sind bereits auf dem Weg von der Waldtundra und den Waldsteppenzonen Nordeuropas und Ostsibiriens in die Korkeichenwälder und Olivenhaine der spanischen Extremadura und Andalusien und kündigen mit ihren Flugrufen und ihrer typischen Keilformation die bevorstehende kalte Jahreszeit an. Viele Menschen bezeichneten sie früher mangels ihrer Artkenntnisse daher häufig als "Schneegänse".



Erstmals ist in diesem Herbst auch eine Rhöner Kranichfamilie mit von der Partie. Wie kürzlich in der Fachzeitschrift Acta ornithoecologica beschrieben, brütete es dieses Jahr im thüringischen Teil der Rhön. Auf einer Waldwiese mit angrenzenden Feucht- und Nasswiesen wurde die erste Brut durch neugierige Spaziergänger zwar gestört. Bei einer weiteren Brut gelang dann aber doch noch die Aufzucht eines Jungvogels. Strenge Schutzmaßnahmen sollen nun die erfolgreiche Fortpflanzung auch für das kommende Jahr sichern da die Art in Thüringen als "extrem selten" gilt.

Nachdem die europäischen Kranichbestände in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts durch Lebensraumverluste und Verfolgung beinahe ausgestorben waren, nimmt die Vogelart ab den 1970er Jahren allmählich wieder zu und zeigt seit wenigen Jahren eine zunehmende Tendenz zum Überwintern in unseren Breiten. Derzeit warten noch 30 000 Kraniche am Ostseebodden auf den Abflug in wärmere Gefilde. (pm) +++

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