Fotowettbewerb

Deutscher Palliativkalender im Stadtschloss vorgestellt: "Was mir Kraft gibt"

Dr. Schiel von der Palliativstation des Fuldaer Klinikums mit Fotograf Michael Klapper.
Fotos: Carina Jirsch

17.10.2020 / FULDA - Leben im Sterben – dies für möglichst viele Menschen zu realisieren, hat sich die Deutsche Palliativstiftung zur Aufgabe gemacht. Am Freitagnachmittag wurde - wie in jedem Jahr - der neue Kalender der Stiftung im Fuldaer Stadtschloss präsentiert. Aufgrund der aktuellen Lage fand der Auftakt der Vernissage nicht wie gewohnt direkt in der Galerie vor den Spiegelsälen statt, sondern im Grünen Zimmer. Im kleinen, aber feinen Kreis, rund um den Vorstandsvorsitzenden Dr. Thomas Sitte und die Geschäftsführerin Elke Hohmann eröffnete die Fuldaer Stadtverordnetenvorsteherin Margarete Hartmann die besondere Ausstellung.

"Es ist nicht genug zu wissen, man muss auch anwenden. Es ist nicht genug zu wollen, man muss auch tun", zitierte Hartmann Johann Wolfgang von Goethe. Die Deutsche Palliativstiftung wolle nicht nur, sie tue auch, so die Stadtverordnetenvorsteherin. Im Jahr 2020 feiert die Stiftung ihr zehnjähriges Jubiläum. Margarete Hartmann lobte deren Arbeit als gelungenes Projekt. "Es ist eine große Ehre für unsere Stadt, dass der Kalender hier präsentiert wird. Daher hat Oberbürgermeister Dr. Heiko Wingenfeld auch gerne die Schirmherrenschaft übernommen", so die Kommunalpolitikerin.

Die Motive für den besonderen Kalender zum Thema "Was mir Kraft gibt" lieferte, wie auch in den vergangenen Jahren, ein Fotowettbewerb. Aus unzähligen Einsendungen wurden die zwölf eindrucksvollsten Motive ausgewählt. "Tatsächlich haben wir darüber nachgedacht, den Kalender "Klapperkalender" zu nennen. Nachdem wir eine Auswahl der anonymisierten Bilder getroffen hatten, gab es eine große Überraschung für die Jury – es wurden vier Bilder von Michael Klapper ausgewählt, zwei davon sogar prämiert", freut sich Geschäftsführerin Elke Hohmann.

Drei Gewinner wurden durch die Jury, bestehend aus Karin Heurich (Deutsche Knigge-Gesellschaft), Bernd Loskant (Fuldaer Zeitung) und Steffen Reith (Kommunikationsagentur Bensing & Reith) gekürt. Den ersten Platz belegte Regula Wolf. Ihre Fotografie zeigt eine Mutter, ihr totes Kind und eine Sterbebegleiterin. Die gewonnenen 5.000 Euro spendet sie an die Organisation Engelsflügel, deren Initiatorin Jennifer Schäfer sich um Eltern kümmert, deren Kinder still zur Welt kommen. Den zweiten und dritten Platz belegt Michael Klapper aus Welkers. Er spendet 3.000 Euro an die Palliativstation des Fuldaer Klinikums und 2000 Euro an die Deutsche Kinderpalliativstiftung. Leider konnte die Gewinnerin des ersten Platzes nicht persönlich an der Vernissage teilnehmen.

Durch die Corona-Situation sind kaum Spenden für die Stfitung zusammengekommen. Daher konnte der Kalender nicht in den Druck gegeben werden. "Es ist alles druckfertig, die Datei ist bereit - nur die Mittel fehlen uns", so Elke Hohmann. In den vergangenen Jahren, wurde der Deutsche Palliativkalender jeweils mit einer Stückzahl von rund 1.000 aufgelegt - eine tolle Möglichkeit, auf das wichtige Thema der Palliativarbeit aufmerksam zu machen. Noch immer besteht bei den Initiatoren die Hoffnung, dass genügend Spenden zusammenkommen, um die eindrucksvollen Bilder in den Druck zu geben. Informationen wo und wie man spenden kann gibt es unter www.palliativstiftung.de/spenden-foerdern/spenden/spendenmoeglichkeiten/. (Michelle Kedmenec) +++