In Fulda jetzt Erwachsenenbildung

Neuausrichtung der Theologischen Fakultät: Schwerpunkt künftig Marburg

Die Bibliothek der theologischen Fakultät Fulda. Deren akademische Ausbildung wird künftig schwerpunktmäßig in Marburg stattfinden
Archivfoto: O|N

16.10.2020 / FULDA - Die unsichere Zukunft der Priesterausbildung in Fulda ist seit Wochen kontrovers im Gespräch. Jetzt hat das Bistum erstmals seine diesbezüglichen Planungen veröffentlicht. Demnach sollen die Lehrangebote, die zu einem akademischen Abschluss führen, künftig am Standort Marburg gebündelt werden. Für den Standort Fulda, wo die Fakultät neben einer Reihe von wissenschaftlichen Projekten und Forschungen (z. B. Institut Bibliotheca Fuldensis; Anselm-Institut, Biblische Zeitschrift) bereits jetzt im Bereich der Erwachsenenbildung und Fortbildung mit einem breiten Angebot präsent ist (Kontaktstudium, Institut Kirche in der Welt von heute), werden neue Möglichkeiten der Vernetzung mit weiteren Bildungsträgern in Kirche und Gesellschaft geprüft.

Für diesen Entwicklungsprozess hat Bischof Dr. Michael Gerber personelle Verstärkung angekündigt: Zum 3. November – dem Beginn des Wintersemesters 2020/21 – ernennt der Bischof von Fulda mit Dr. Marco Bonacker und Pfarrer Dr. Martin Stanke zwei Bischöfliche Beauftragte: Sie sollen im Auftrag des Großkanzlers und in Zusammenarbeit mit der Hochschulleitung den Entwicklungsprozess der Theologischen Fakultät unterstützen. Dr. Bonacker (36) ist kommissarischer Leiter der Abteilung Erwachsenenbildung im Bischöflichen Generalvikariat Fulda; Dr. Stanke (42) ist als Hochschulpfarrer in Marburg mit der Stadt und mit der Philipps-Universität vertraut. In einer ersten gemeinsamen Konferenz zeigten sich die beiden Bischöflichen Beauftragten zusammen mit dem Bischof und dem neuen Rektor der Fakultät, Prof. Dr. Bernd Dennemarck, nach Angaben des Bistums zuversichtlich, "dass es im Blick auf die anstehenden Aufgaben zu einer konstruktiven Zusammenarbeit zwischen Träger und Hochschule kommt, die auch neue, bislang noch unbekannte Chancen erkennt und wahrnimmt."

Aktuell bewerben sich die  Städte Fulda und Petersberg um das Europäische Kultursiegel und haben hier eine wichtige Hürde genommen. Das Motto dieser Initiative "Raban.Bildung in Bewegung" erinnert an die frühmittelalterlichen Klöster, die ein Netzwerk wegweisender Bildungsstandorte bildeten: Wie ein solches Netzwerk von Bildungsstandorten in der digitalen Gesellschaft unseres Jahrtausends klug weiterentwickelt werden kann, wird im Zukunftsprozess der Theologischen Fakultät mit ihren Standorten in Fulda und Marburg eine der großen Herausforderungen sein."

Die Theologische Fakultät Fulda ist gemäß dem Hessischen Hochschulgesetz eine staatlich anerkannte wissenschaftliche Hochschule. Sie vermittelt Studierenden die wissenschaftliche Ausbildung in katholischer Theologie, verleiht den akademischen Grad des Magister Theologiae (Mag. theol.); sie besitzt das Recht zur Promotion (Lic. theol.; Dr. theol.) und Habilitation. Am Standort Marburg wird im Katholisch-Theologischen Seminar ein Studium Katholische Religion mit dem Abschluss Staatsexamen für Religionslehrer/-innen für Gymnasien (Sekundarstufe I und II) angeboten. Es ist zugleich (als An-Institut) der Philipps-Universität Marburg angeschlossen. Zudem ist geplant, dass Interessierte dort auch Katholische Theologie als Nebenfach oder Hauptfach studieren können.(pm)+++

Dr. Marco Bonacker wird Bischöflicher Beauftragter für den geplanten Entwicklungsprozess
Fotos: Bistum
Pfarrer Martin Stanke, Hochschulpfarrer in Marburg