Abseilaktion der A49-Gegner auf der A3

Auch CDU bezieht nach Unfall klar Stellung: "Täter zur Verantwortung ziehen!"

Anfang der Woche kam aus auf der A3 bei Idstein zu einem schlimmen Unfall, nachdem sich A49-Gegner von einer Autobahnbrücke abgeseilt hatten.
Archivfoto: Wiesbaden 112

16.10.2020 / IDSTEIN - Der schwere Unfall auf der A3 bei Idstein am Dienstag sorgte bundesweit für großes Entsetzen. Nachdem bereits die hessischen Sozialdemokraten die Aktion der A49-Gegner auf das Schärfste verurteilt haben, äußert sich nun auch die CDU-Hessen zu Wort und beziehen klar Stellung: "Der Unfall macht mich zornig", so Holger Bellino, Parlamentarische Geschäftsführer der CDU-Fraktion im Hessischen Landtag. Er spricht von einer "kriminellen Abseilaktion".

"Natürlich hat jeder das Recht friedlich zu demonstrieren und seine Meinung kundzutun. Aber das gibt keinem das Recht, Straftaten zu begehen. Doch genau das ist es, was im Dannenröder Forst seit Wochen unter dem Deckmantel des Umweltschutzes geschieht. Wer auf Kopfhöhe Drähte zwischen Bäumen spannt, um Polizisten der Reiterstaffel nach dem Leben zu trachten, wer sich in 20 Metern Höhe festkettet und einem Höhenretter des SEK sagt: "einen Schritt weiter und ich lass` mich fallen", wer bedroht, beleidigt und sich von Brücken auf Bundesautobahnen abseilt, der stellt sich bewusst gegen unsere Rechtsordnung und macht sich strafbar. Und hier muss der Rechtsstaat mit aller Härte reagieren", findet Bellino deutliche Worte.

"Rote Linie ist überschritten"

Nach dem Unfall am Dienstag sei laut der CDU spätestens jetzt eine rote Linie überschritten worden, indem Unbeteiligte bewusst gefährdet wurden. "Es ist anschaulich geworden, dass zum Missbrauch des Demonstrationsrechtes auch bewusst unschuldige Opfer in Kauf genommen werden. Das ist den Fanatikern egal. Aber für diese Menschenverachtung gibt es kein Verständnis. Wie soll man glauben, dass es um den Schutz der Natur geht, wenn bewusst Menschenleben aufs Spiel gesetzt werden? Und was anders tut man, wenn man sich auf eine stark befahrene Autobahn abseilt?"

Bellino will die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft abwarten, "unsere Gedanken und Gebete sind derzeit bei dem Verletzten, der mit seinem Pkw in das Stauende fuhr".

Der 29-jährige Mann erlitt durch den Unfall starke Kopfverletzungen und ringt immer noch um sein Leben. (ld) +++

Holger Bellino
Foto: CDU Hessen