Preis für Nachwuchsjournalisten

Martin Angelsteins Vermächtnis: Der Verein DIURNARIIS

Der Vorstand des Vereins (v.li. n. re.): Schatzmeister Matthias Heurich, stellv. Vorsitzende Renate Kern, Vorsitzende Bianca Alt und Schriftführer Christian P. Stadtfeld.
Fotos: Marius Auth

03.10.2020 / REGION - Dass es OSTHESSEN|NEWS gibt, ist der Verdienst des Gründers Martin Angelstein. Zusammen mit seiner Frau Gabriele Weigand-Angelstein traf er vor zwei Jahrzehnten eine Entscheidung, die er allen skeptischen Anmerkungen Dritter zum Trotz Schritt für Schritt umsetzen und zum Erfolg führen konnte. Geleitet wurde er dabei von der Überzeugung, dass die Region ein Online-Nachrichtenportal brauche – gemacht von Journalisten, die hier leben, sich bestens auskennen und mit persönlichem Engagement Ereignisse und Entwicklungen im heimischen Raum journalistisch begleiten.



Bereits lange vor Auftreten seiner ernsten gesundheitlichen Probleme hatte Martin Angelstein die Idee, einen Verein zur Förderung journalistischer Nachwuchskräfte zu gründen. Seine Schwester Renate Kern erinnert sich an zahlreiche Gespräche mit ihrem Bruder, in denen es darum ging, dass er die Früchte seines materiellen Erbes talentierten jungen Journalisten zukommen lassen wollte. Sie sollten die Fahne des auf die Region fokussierten Journalismus in die Zukunft tragen. Dahinter stand die feste Überzeugung, dass auch die kleineren Themen von Bedeutung sind und Ereignisse und Entwicklungen im ländlichen Raum genauso zählen wie jene in den städtischen Verdichtungsräumen.

Doch wie es mit vielen guten Vorsätzen so ist, blieb es zunächst bei der Idee. Das aufreibende Alltagsgeschäft und später die angeschlagene Gesundheit des Ideengebers standen einer raschen Umsetzung entgegen. Als ihm dann zum Jahreswechsel 2018/2019 immer mehr die Kräfte schwanden, gab sich Martin Angelstein noch einmal einen Ruck und brachte den Verein zusammen mit einigen überzeugten Mitstreitern auf den Weg. Am 1. Februar 2019, nur 26 Tage vor seinem Tod, fand die Gründungsversammlung statt. Kurz darauf wurde der Verein "DIURNARIIS-Angelstein Förderung des Journalisten-Nachwuchses e.V." beim Amtsgericht Fulda eingetragen. Der Name ist an das lateinische "diurnarius" (Journalist) angelehnt.

Regionale Ausrichtung

"Zweck des Vereins ist die Förderung der deutschen Sprache, von Bildung und Erziehung junger Menschen, insbesondere von jungen Wort- und Bildjournalisten", heißt es in der Satzung. Als Kapital steht dem Verein ein Teil des Erbes von Martin Angelstein zur Verfügung. Der von den Mitgliedern gewählte Vorstand trägt dafür Sorge, dass Entscheidungen im Sinne des Ideengebers und im Einklang mit der Satzung getroffen werden. Darüber hinaus unterliegt der eingetragene Verein der Aufsicht des Amtsgerichts. "Ich freue mich, dass wir diese Idee meines Bruders gerade noch rechtzeitig umsetzen konnten", sagt die Schwester Renate Kern, die im Vorstand die Familie vertritt.

Auslobung eines Preises für Nachwuchsjournalisten aus der Region

Etwas verzögert durch die Corona-Pandemie will der Verein noch vor Jahresende 2020 einen dotierten Preis für vielversprechende Journalistinnen und Journalisten mit regionalem Schwerpunkt ausloben. Das entspricht der Vorgabe in § 3 der Vereinssatzung, in der die "Förderung von Nachwuchsjournalisten, insbesondere durch Vergabe von Stipendien" genannt ist. Der dem jeweiligen Preisträger zugedachte Einmalbetrag hat "de facto" den Charakter eines Stipendiums. Die Einzelheiten der Ausschreibung und Vergabekriterien sind noch in Arbeit und werden zu gegebener Zeit veröffentlicht. Eine Jury aus anerkannten Journalisten und Publizisten wird die Auswahl vornehmen.

Im vereinten Europa haben die Heimatregionen an Bedeutung gewonnen. Die Menschen identifizieren sich mit ihrer unmittelbaren Heimat und sind stolz auf ihre Herkunft. Sie nehmen Anteil daran, was vor ihrer Haustür geschieht. OSTHESSEN|NEWS trägt mit seinem täglichen Informationsangebot dazu bei, diese Identifikation mit der Region zu beleben. Wenn es dem Verein seinerseits gelingt, dies durch die Förderung begabter Nachwuchsjournalisten zu flankieren, bleibt Martin Angelsteins Vermächtnis lebendig. Es würde ihn freuen. +++

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