Keine Zukunftsperspektive

Insolvenzantrag: Corona zwingt Busunternehmen August Kiel in die Knie

Busfahrer demonstrierten beim Aktionstag privater Busunternehmen im Mai dieses Jahres Wiesbaden.
Symboldbild: Arne Dedert/dpa

25.09.2020 / EITERFELD - Die Reisebranche wurde durch die Corona-Krise besonders hart getroffen. Durch den Lockdown im Frühjahr stand der komplette Tourismus weltweit still. Die Auswirkungen, die bis heute noch zu spüren sind, haben die Unternehmen in der Tourismus-Branche nicht kaltgelassen - so wie das Busunternehmen August Kiel aus Eiterfeld-Arzell: Wie die Fuldaer Zeitung zuerst berichtet, hat die Firma beim Amtsgericht Fulda einen Insolvenzantrag gestellt.



Zwar standen die Busse auf dem Firmengelände in Arzell während des Lockdowns nicht ganz still - doch die Linie Mannheim - Dresden, die Augsut Kiel für das Verkehrsunternehmen Flixbus bediente, wurde eingestellt. Und auch viele Inlandsreisen fielen aufgrund der Pandemie flach, Eigenveranstaltungen, Gruppen- und Vereinsfahrten mussten ebenfalls abgesagt werden. Die Einbußen waren, trotz der Corona-Soforthilfen, zu groß, um das Unternehmen weiter in die Zukunft zu führen. 

"Das Jahr ist weg, und Aussichten für die Zukunft haben wir auch nicht. Dann macht es auch keinen Sinn, es unbedingt weiter zu versuchen", so Geschäftsführer Thomas Fongar im Gespräch mit der Fuldaer Zeitung. 

Denn die Aussichten für die kommenden Monate versprechen nichts Gutes: Vielen fehlt durch Kurzarbeit das Geld zum Reisen, das Hauptklientel des Busunternehmens gehört zur Risikogruppe, die Maskenpflicht in den Bussen vermittelt alles andere - aber kein Urlaubsgefühl. 

Wirtschaftliche Hilfen bereits im Mai gefordert

Bereits Ende Mai hat die Busbranche bundesweit mit Korsos durch verschiedene Städte ein Zeichen gesetzt und an die Politik appelliert. Die Fahrer machten damit auf die dramatische wirtschaftliche Lage der Busbranche aufmerksam und forderten wirtschaftliche Hilfen. Dem Eiterfelder Busunternehmen bleibt nun, etwa vier Monate später, nichts anderes übrig, als der Gang zum Insolvenzrichter. Denn auch die Aussichten auf die nächsten Wochen und Monate sind in der aktuellen Lage alles andere als rosig. (ld) +++

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