Osthessens Torhüter beklagen Elfmeter-Regel
Wie im Fall ter Stegen: "Diese Regelauslegung ist totaler Unsinn"
Archivfotos: ON
03.07.2020 / REGION -
Es gibt Regeländerungen, die machen den Fußball attraktiver und schneller. Beispielsweise die in den 1990ern eingeführte Rückpassregel. Es gibt aber auch Regeländerungen, über deren Sinnhaftigkeit man trefflich streiten kann. Eine davon ist die seit dieser Saison geltende Regel, wonach ein Fuß des Torwarts bei der Ausführung eines Elfmeters die Torlinie berühren muss. Das sorgt bei vielen Torleuten für Kritik. Auch in Osthessen.
Auslöser der neuerlichen Diskussion war das spanische Spitzenspiel zwischen dem FC Barcelona und Atletico Madrid am Dienstag. Barcelonas Torhüter Marc-André ter Stegen hielt beim Stand von 1:0 für sein Team einen Elfmeter, allerdings befand er sich zum Zeitpunkt des Schusses mit seinem Fuß fünf (!) Zentimeter vor der Linie. Die Folge: Wiederholung und Gelbe Karte für ter Stegen.
Kleinliche Auslegung stößt Torhütern sauer auf
Regeltechnisch gesehen hat der Schiedsrichter alles richtig gemacht, allerdings stellt sich die Frage, ob diese Regel grundsätzlich Sinn ergibt. "Man springt ja automatisch dem Schützen ein Stück entgegen, so wurde es seit Jahren trainiert. Wollte man das ändern, müsste man es sich abgewöhnen und das geht nicht auf die Schnelle", sagt Barockstadts Keeper Tobias Wolf gegenüber ON|Sport.Die Hoffnung, die die drei Torhüter verbindet, ist, dass aufgrund des fehlenden Videobeweises kleinere Vergehen nicht ins Auge fallen. Allerdings gab es auch im Amateurbereich bereits Platzverweise wegen dieser Regel. Chris Grösch hofft, dass sie bald wieder abgeschafft wird: "Diese Regel hat sich bestimmt jemand ausgedacht, der noch nie im Tor gestanden hat. Die braucht kein Mensch und bietet auch keinerlei Mehrwert für das Spiel." (fh)